Wegen Iran-Krieg
Erste Reisebüros beantragen für Mitarbeiter Kurzarbeit
25.04.2026 – 12:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Reisewarnungen und Kriegsgeschehen machen vielen Reisefirmen das Leben schwer. Die Buchungen brachen im Frühling drastisch ein.
Die Buchungszahlen in Deutschland sind laut dem Touristik-Branchenportal „fvw Traveltalk“ seit dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten am 28. Februar deutlich zurückgegangen. Erste Reisebüros und Reiseveranstalter zögen Konsequenzen und planten für ihre Mitarbeiter mit Kurzarbeit, heißt es. Das Portal stützt seine Aussagen auf Daten von Travel Data + Analytics (TDA) aus dem März, eine Analyse des Software-Anbieters Ziel und den Austausch mit betroffenen Reisebüros.
Laut der TDA-Daten hatte das aktuelle Tourismusjahr vor dem Angriff von USA und Israel auf den Iran gut angefangen. Der Umsatz habe in der Wintersaison noch um vier Prozent im Plus gegenüber 2024/25 gestanden. Erste Buchungen für die Sommersaison hätten auf einen Zuwachs von sieben Prozent hingewiesen. Doch bereits in der ersten Kriegswoche (2. bis 8. März) sei der gebuchte Umsatz um rund 20 Prozent gegenüber der Vorwoche gesunken.
Neben dem Totalausfall für die von der Reisewarnung betroffenen Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Katar und Israel traf es auch andere Länder. Ägyptens Tourismus litt den Angaben zufolge in der ersten Märzwoche mit einem Minus von 40 Prozent. Auch die Türkei musste hohe Einbußen hinnehmen. In den Folgewochen sei ein weiterer Buchungsrückgang von rund zehn Prozent registriert worden.
Für viele Reisebüros ist diese Entwicklung existenziell. Die Inhaberin eines Reisebüros in Grimmen, Mecklenburg-Vorpommern, sagte „fvw Traveltalk“, die Buchungen seien im April um die Hälfte gefallen. Sie wolle noch bis Mitte Mai abwarten und dann Kurzarbeit beantragen, sollte sich die Situation bis dahin nicht verbessern. „Ich möchte rechtzeitig die Reißleine ziehen“, sagte die Frau dem Portal.
Auch der Persienspezialist Perfect Round Golfreisen in Baden-Württemberg ist betroffen. Hier habe man schon Kurzarbeit beantragt. Die Inhaberin hatte einen Buchungsrückgang von 80 Prozent hinnehmen müssen, heißt es. „Meistens wird es ab April ruhiger, aber normalerweise kommen schon Anfragen für den nächsten Winter. Das ist aktuell gar nicht so. Wir haben null Anfragen in unserem Buchungssystem“, berichtet sie. Ihr Antrag auf Kurzarbeit sei abgelehnt worden. In der Begründung habe es geheißen: „Nachfragehöhen und -tiefen gehören zum üblichen Marktgeschehen.“











