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Solaranlage wird gedrosselt: Was passiert mit dem Strom?
23.04.2026 – 07:41 UhrLesedauer: 2 Min.

Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um die Abregelung von Solarstrom.
Doch seit 2025 gelten für neu installierte PV-Anlagen neue Regeln. Hintergrund ist, dass die Zahl der Solaranlagen schneller steigt, als Netzbetreiber mit dem Ausbau der Stromnetze vorankommen. Deshalb müssen neue Solaranlagen mit einem intelligenten Stromzähler (Smart Meter) ausgestattet sein. Damit kann der Netzbetreiber an besonders sonnigen Tagen die Anlage drosseln, um eine Netzüberlastung zu verhindern.
Mit diesen Maßnahmen sollen Anreize zum Kauf von Stromspeichern geschaffen werden. Wer mittags seinen Solarstrom nicht ins Netz speist, sondern in einen Stromspeicher, trägt zur Stabilisierung des Netzes bei. Zudem kann man den eigens erzeugten Solarstrom dann abends nutzen, wenn die Sonne nicht mehr scheint.
Ein t-online-Leser macht genau das. Er wundert sich aber: „Wohin verschwindet der Strom, wenn mein Speicher voll ist?“
Wenn der Heimspeicher voll ist, die Sonne aber immer noch scheint und Ihre Solaranlage entsprechend Strom erzeugen kann, können im Grunde drei Dinge passieren. Entweder, das Netz ist zu diesem Zeitpunkt stabil und der Strom kann eingespeist werden, oder die Anlage wird gedrosselt. Sie wird also angewiesen, weniger Strom zu erzeugen.
Alternativ wird der Strom an einen anderen Verbraucher im Haushalt umgeleitet. Das können ein Elektroauto, eine Wärmepumpe oder auch andere smarte Stromverbraucher wie Waschmaschine und Spülmaschine sein.
Der Strom „verschwindet“ also nicht. Entweder kann er anderweitig genutzt werden oder die Solaranlage hört einfach auf, Strom zu erzeugen. Da die Erzeugung von Solarstrom so günstig ist (für den Eigentümer nahezu kostenlos), ist das eigentlich schade. Sie sollten also versuchen, möglichst viel davon zu nutzen.









