Sie wollen also, dass Friedrich Merz und Lars Klingbeil bei Ihnen ein Praktikum machen?
Ja. Und zwar nicht als Symboltermin. Ich finde, Spitzenpolitiker sollten raus aus ihren Routinen und rein in die Wirklichkeit von Gründern, Entwicklern und Forschern. Eine Woche Start-up, eine Woche an der Technischen Universität, eine Woche dort, wo unter Zeitdruck Produkte gebaut, Probleme gelöst und Entscheidungen getroffen werden.
Ich finde, Spitzenpolitiker sollten raus aus ihren Routinen.
Carsten Maschmeyer
Würden Sie Merz oder Klingbeil in Ihrer Firma aufnehmen?
Ich würde sie nicht für einen netten Rundgang durch die Flure einladen. Ich würde sie mit Gründern, Produktteams, KI-Leuten und Entwicklern zusammensetzen. Dann sollen sie zuhören. Sollen sich anschauen, wie dort gearbeitet wird, wie schnell dort entschieden werden muss, wie knapp Zeit und Geld sind – und wie weit die politische Realität oft davon entfernt ist. Wer über Gründer, KI, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit entscheidet, darf das nicht nur aus dem Regierungsviertel heraus tun. Sonst entstehen Regeln von Leuten, die nie erlebt haben, was sie regulieren.
Sie sagen also: Politik braucht Experten.
Nicht nur Experten. Sie braucht einen Mix. Berufspolitiker kennen den politischen Prozess, Abläufe, Machtmechanismen. Das können reine Wirtschaftsleute nicht einfach so ersetzen. Aber viele Politiker haben zu wenig Fachkompetenz und vor allem zu wenig Erfolgskompetenz. Es hilft sehr, wenn man schon mal irgendetwas außerhalb des Politikbetriebs gemacht hat. Wenn ein Spitzenpolitiker eine Lohnabrechnung gesehen hat, redet er vielleicht anders über Steuersätze oder Krankenkassenbeiträge.
Könnten Sie sich vorstellen, dabei mitzuwirken?
Ich bin heute weiter als noch vor zwei Jahren. Damals habe ich viel kritisiert. Heute mache ich Verbesserungsvorschläge.
Womöglich kommt bald eine neue Phase. Eine des Mithelfens, des Machens.
Herr Maschmeyer, vielen Dank für das Gespräch.











