Bürgerentscheide laufen noch
NRW-Stadt scheitert bei Olympia-Bewerbung
19.04.2026 – 21:46 UhrLesedauer: 2 Min.
In Herten ist der Bürgerentscheid trotz klarer Mehrheit gescheitert. Während viele Städte zustimmen, fällt die Kommune aus der NRW-Bewerbung heraus.
In Herten ist der Bürgerentscheid zur Beteiligung an der Olympia-Bewerbung „KölnRheinRuhr“ gescheitert, obwohl eine deutliche Mehrheit dafür gestimmt hat. Nach vorläufigem Endergebnis votierten 73,79 Prozent (5.719 Stimmen) mit Ja, doch das notwendige Quorum wurde verfehlt. Nur 12,55 Prozent der Abstimmungsberechtigten stimmten zu, erforderlich gewesen wären 15 Prozent.
Damit scheidet Herten, wo zusammen mit Recklinghausen Mountainbike-Wettbewerbe geplant waren, komplett aus der NRW-Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 aus. Allerdings sollen Ausweichkonzepte mit alternativen Sportstätten bereitstehen.
Bürgermeister Fred Toplak zeigte sich enttäuscht. Es sei nicht gelungen, genügend Menschen zur Teilnahme zu bewegen, sagte er. Viele Bürger seien offenbar verunsichert gewesen, wer die Kosten für die Spiele tragen würde.
Insgesamt hatten 17 Kommunen in NRW ihre Bürger abstimmen lassen. Mehr als vier Millionen Wahlberechtigte konnten per Briefwahl teilnehmen. In bislang 13 Städten gab es eine Mehrheit für die Bewerbung. Ergebnisse aus Köln, Aachen und Bochum standen zunächst noch aus.
Eine Zustimmung bedeutet allerdings noch keine Entscheidung für Olympische Spiele in Nordrhein-Westfalen. Neben der Region Rhein-Ruhr bewerben sich auch München, Hamburg und Berlin als mögliche deutsche Ausrichter. München hatte bereits im vergangenen Jahr eine deutliche Mehrheit bei einem Bürgerentscheid erzielt.
Auch außerhalb Nordrhein-Westfalens gab es am Sonntag Zustimmung für Olympia-Pläne. In Kiel sprachen sich 63,5 Prozent der Abstimmenden eines Bürgerentscheids dafür aus, dass sich die Stadt als Standort für die Segelwettbewerbe bewirbt. Die Wahlbeteiligung lag bei 29,1 Prozent.
Die Entscheidung über den deutschen Bewerber fällt erst im September bei einer Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes. Kiel konkurriert dabei unter anderem mit Rostock-Warnemünde um die Ausrichtung der Segelwettbewerbe.









