Schauspiellegende Mario Adorf ist tot
Ein kölscher Spruch prägte seine Karriere
Aktualisiert am 09.04.2026 – 12:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Filmwelt trauert um Mario Adorf. Der legendäre Schauspieler nutzte für seine Rollen wiederholt den kölschen Dialekt. Was ihn mit der Stadt verband und welcher Satz wohl für immer in Erinnerung bleibt.
Sein langjähriger Manager Michael Stark teilte laut der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag in Offenbach mit, Adorf sei „nach kurzer Krankheit in seiner Wohnung in Paris eingeschlafen.“ Stark zufolge hatte Adorf ihm bei einem letzten Besuch noch aufgetragen, sich „bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue“ zu bedanken.
Kaum ein Schauspieler hat den Kölner Dialekt so wirkungsvoll auf die Leinwand gebracht wie Adorf. In der Kultserie „Kir Royal“ (1986) spielte er den rücksichtslosen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher – und formte die Figur entscheidend über seine kölsche Aussprache
„Isch scheiß disch sowatt von zu mit meinem Jeld, dat de keine ruhije Minute mehr hass“ – wurde zum meistzitierten Moment seiner Karriere.
Hier sehen Sie den Ausschnitt im Video:
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Dem „Spiegel“ erklärte Adorf einmal die Kraft hinter dem berühmtesten Satz der Rolle: „Wenn ich in einer Rolle meinen Heimatdialekt benutzte, war das ungleich wirksamer als das sogenannte Bühnendeutsch.“ So sei es auch bei dem Haffenloher-Spruch gewesen.
Den rheinischen Tonfall hatte er früh verinnerlicht – schon in Volker Schlöndorffs „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1975), der auch in Köln und Tirol gedreht wurde, nutzte er ihn für seinen Kommissar: einen Ermittler, der die gemütliche Kölner Art als Mittel zur Boshaftigkeit einsetzte.
„Ohne ein Gefühl für das Rheinland kann man das nicht leisten“, so Adorf einmal in einem Interview. In der Rhein-Metropole selbst gelebt hatte Adorf jedoch nie.










