Für Schulklassen
Kölner Stiftung fördert mehr Fahrten zu NS-Gedenkstätten
31.03.2026 – 17:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehr als 80 Jahre nach dem Holocaust versuchen junge Leute, die Gräuel der deutschen Geschichte zu verstehen. Ein Besuch an authentischen Orten kann dazu beitragen. Zwei private Kölner Spender geben Geld.
Die Kölner Bethe-Stiftung will deutlich mehr jungen Menschen Besuche an NS-Gedenkstätten ermöglichen und baut ihr Engagement dafür massiv aus. Gemeinsam mit dem Bund sollen in den kommenden fünf Jahren doppelt so viele Jugendliche wie bisher Orte wie das frühere Vernichtungslager Auschwitz besuchen können.
Wie Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) in Berlin mitteilte, verdoppelt die Stiftung die öffentlichen Mittel im Programm „Jugend erinnert“ auf insgesamt rund 3,5 Millionen Euro jährlich. Insgesamt stellt die von Roswitha und Erich Bethe gegründete Stiftung dafür zehn Millionen Euro über fünf Jahre bereit.
Bislang wurden nach Angaben des Ministeriums jedes Jahr etwa 200 Fahrten mit mehr als 6.000 Teilnehmenden organisiert. Durch die zusätzliche Förderung könne sich diese Zahl künftig verdoppeln.
Die 1996 gegründete Stiftung mit Sitz in Köln unterstützt entsprechende Bildungsreisen bereits seit 2010. In Zusammenarbeit mit bislang zwölf Bundesländern konnten so schon mehr als 40.000 Schülerinnen und Schüler Gedenkorte wie Auschwitz, Belzec, Treblinka, Sobibor oder Majdanek besuchen.
Die Stifter betonen die besondere Wirkung solcher Reisen: „Wir hoffen dazu beizutragen, dass sich solche Verbrechen auch nicht ansatzweise wiederholen.“ Keine Form der Wissensvermittlung könne die Eindrücke eines Besuchs vor Ort ersetzen.
Auch aus Sicht der Bundesfamilienministerin gewinnen solche Projekte an Bedeutung, da immer weniger Zeitzeugen aus der NS-Zeit berichten können. Gerade deshalb sei es wichtig, dass junge Menschen Geschichte „unmittelbar und direkt“ an authentischen Orten erfahren und daraus Verantwortung für die Demokratie entwickeln.
Interessierte Schulklassen und Gruppen können sich über das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH (IBB) um eine Förderung bewerben.











