Nur durch Glück starb niemand
Lange Haft für 15-jährigen Auftragskiller
24.03.2026 – 10:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein junger Täter wirft eine mit Brandbeschleuniger gefüllte Kugelbombe in ein Lokal. Nur weil der Wirt schnell reagiert, kommen die Anwesenden heil davon.
Das Landgericht Frankfurt hat einen 15-Jährigen wegen eines Brandanschlags auf ein Café zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Jugendkammer verhängte die Strafe bereits am Montag unter anderem wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen, wie das Gericht mitteilte.
Zuvor hatten mehrere Medien über das Urteil berichtet. Wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten fand der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Der 15-Jährige hatte nach Überzeugung des Gerichts Anfang August 2025 eine selbstgebaute Kugelbombe mit mehreren Litern Brandbeschleuniger in das Café „Omonia“ im Frankfurter Stadtteil Bockenheim geworfen. Dort war der Sprengsatz gegen 5 Uhr morgens detoniert und hatte den Raum komplett in Brand gesetzt.
In der Anklage hielt die Staatsanwaltschaft fest, dass es wohl nur der Reaktionsschnelligkeit des Wirts zu verdanken war, dass es keine Schwerverletzten oder Toten gab. Der Mann trat den Brandsatz demnach geistesgegenwärtig in eine leere Ecke des Gastraums. So habe er einen Fluchtweg freigehalten und es ermöglicht, dass er und vier anwesende Gäste sich ins Freie retten konnten.
Der 15-Jährige flüchtete zu Fuß, konnte aber kurz darauf bei der Fahndung festgenommen werden. Den Ermittlungen zufolge war der junge Niederländer in seinem Heimatland per Snapchat für die Auftragstat angeworben worden. Die Polizei sprach von einer Tat aus dem Spektrum „Crime-as-a-Service“ – Verbrechen als Dienstleistung.
Als Auftraggeber gilt ein 20-Jähriger, der erst kürzlich mit weiteren Verdächtigen in den Niederlanden festgenommen wurde. Er soll dem 15-Jährigen 3.000 Euro für den Anschlag mit der Kugelbombe geboten, ihn ins Rhein-Main-Gebiet gebracht und mit Materialien und Bauanleitungen für den Bombenbau ausgestattet haben.
Die Tat gilt als Teil einer Serie von ähnlichen Anschlägen. Es soll um Auseinandersetzungen im Drogenmilieu gegangen sein. Offiziell machen die Ermittler allerdings keine Angaben zu den mutmaßlichen Hintergründen der Anschläge.










