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Wirtschaft

Was Kunden jetzt wissen müssen

MitarbeiterBy MitarbeiterMärz 23, 2026
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Was Kunden jetzt wissen müssen

Absicherung der Arbeitskraft

Preisrutsch bei BU-Versicherungen: Warum das riskant sein kann


23.03.2026 – 12:45 UhrLesedauer: 2 Min.

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Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte nicht allein auf den Preis geachtet werden. (Quelle: imago stock&people/imago)

BU-Versicherungen werden immer billiger und leichter zugänglich. Was wie eine gute Nachricht klingt, könnte sich für Versicherte langfristig rächen.

Es ist auf den ersten Blick eine gute Nachricht: Für Interessierte wird es immer einfacher und günstiger, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen. „Der Preiswettbewerb in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist ungebrochen – und er wird schärfer“, fasst das Hannoveraner Ratinghaus Franke und Bornberg eine aktuelle Studie zusammen. Um im Wettbewerb mit anderen Anbietern punkten zu können, reduzieren einige Versicherer stark die Prämien. Teilweise werden die Durchschnittsprämien um mehr als 40 Prozent unterschritten. Gleichzeitig haben viele Versicherer ihre Risikoprüfung gelockert, indem sie etwa die Abfragezeiträume für Vorerkrankungen verkürzen. So konnten zuletzt auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen leichter eine BU-Versicherung abschließen.

Das ist natürlich positiv für Versicherte. Doch mit sinkenden Prämien steigt zugleich das Risiko – für Versicherer wie auch für die Versichertengemeinschaft. Denn die niedrigen Preise spiegeln nicht immer das Risiko für den Versicherer vollumfänglich wider. Verkalkuliert sich der Versicherer, kann es für den Kunden teurer werden.

In der BU-Versicherung wird zwischen der Brutto- und der Nettoprämie unterschieden. Der Bruttobeitrag ist dabei der vertraglich vereinbarte Höchstpreis: Er zeigt an, was der Versicherer maximal verlangen darf. Der Nettobeitrag ist hingegen der Betrag, der tatsächlich vom Konto abgebucht wird. Häufig ist darum auch vom sogenannten „Zahlbeitrag“ die Rede. Er ist in der Regel deutlich niedriger, da die Versicherer Überschüsse an ihre Kunden weitergeben. Die Differenz zwischen den beiden Beträgen ist der sogenannte Brutto-Netto-Spread. Dieser fällt von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich hoch aus.

Hat sich der Versicherer verkalkuliert – beispielsweise weil mehr Kunden berufsunfähig werden als angenommen – kann er den Zahlbeitrag anpassen. Die Versicherung wird somit teurer für den Kunden. Dabei ist eine Erhöhung des Beitrags bis zur Höhe der Bruttoprämie möglich, in Ausnahmefällen auch darüber hinaus. Je größer der Brutto-Netto-Spread ist, desto höhere Prämienanpassungen sind möglich.

Je strenger ein Versicherer bei der Annahme von Versicherungsanträgen ist, desto sicherer ist das Versichertenkollektiv. Agiert der Versicherer hingegen besonders risikofreudig, ist das zwar eine gute Nachricht für Menschen mit Vorerkrankungen, die eine BU-Versicherung abschließen wollen. Für die Versichertengemeinschaft und die Stabilität der Beiträge stellt eine lockere Annahmepolitik jedoch ein Risiko dar.

„Wer bei der Prämienkalkulation zu weit geht, erkauft sich Neugeschäft auf Kosten der Stabilität und das zahlen am Ende die Versicherten. Gut ist wichtiger als günstig – das gilt in der BU mehr als in jedem anderen Produkt“, warnt Franke und Bornberg-Geschäftsführer Michael Franke.

Auch wenn Anpassungen des Nettobeitrags in der Vergangenheit selten waren: Ein möglichst niedriger Preis sollte beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht das entscheidende Kriterium sein – schließlich ist dieser nicht garantiert. Da eine BU-Versicherung für viele Jahrzehnte abgeschlossen wird, sollten Versicherte auch die Beitragsstabilität des Versicherers im Blick behalten. Der allerwichtigste Punkt bleiben aber die Leistungen: Diese müssen zum Bedarf des Versicherten passen.

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