Er sieht Verstappens Frust über die neuen Regeln eher in der schlechten Performance seines Red Bulls begründet. „Ich meine, Max steckt wirklich in einer Horror-Show“, sagte er. „Wenn man sich die Onboard-Aufnahmen vom gestrigen Qualifying ansieht, ist das einfach nur grauenhaft zu fahren“, lautete seine deutliche Analyse zur Leistungsfähigkeit des Red Bulls. Generell vermutete er, dass die aktuell unterlegenen Teams noch einige Tricks nutzen könnten, um ihre Situation zu verbessern. „Mal sehen, welche politischen Messer in den nächsten Wochen und Monaten noch gezogen werden“, sagte er.
Zu derartigen Vermutungen hat der Chef des Teams, das die ersten beiden Rennen jeweils auf Platz eins und zwei beendet hatte, durchaus guten Grund. Rund um ein angebliches Schlupfloch in den Regeln, das Mercedes beim Bau des Motors für ein paar Extra-PS genutzt haben soll, protestierten bereits einige Teams erfolgreich. Ab Juni verschärfen die Regelhüter der Fia ihre Tests an den Motoren, um das angebliche Schlupfloch zu schließen. Teamchef Wolff ist also vor weiteren Regeländerungen aufgrund von Meckereien seiner Konkurrenz gewarnt.
Verstappen bestritt jedoch, nur aufgrund der mangelnden Leistungsfähigkeit seines Red Bulls zu meckern. Er würde das Gleiche sagen, wenn er Rennen gewönne, „weil mir das Produkt Rennsport am Herzen liegt“, so der 28-Jährige. Er vermutete wiederum in den Lobeshymnen der Konkurrenz ähnliche Motive: „Einige werden natürlich sagen, dass es großartig ist, weil sie Rennen gewinnen, was ja auch völlig legitim ist. Wenn man einen Vorteil hat, warum sollte man ihn aufgeben?“
Die Fronten im Streit über die neuen Regeln werden also wohl auch zum kommenden Rennen in Japan am letzten März-Wochenende verhärtet bleiben. Immerhin: Aufgrund der wegen des Kriegs im Nahen Osten abgesagten Termine in Bahrain und Saudi-Arabien wird es im ganzen April keine weiteren Rennen mehr geben. Zeit genug also für die Streithähne, eine Einigung zu erzielen.










