Rückzug aus dem Fernsehen
Teleshopping-Anbieter Mediashop ist insolvent
18.03.2026 – 12:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Das österreichische Unternehmen Mediashop zieht sich aus dem Fernsehen zurück. Ein Gericht ordnete die Schließung an.
Der Teleshopping-Anbieter Mediashop wird abgewickelt und stellt sein klassisches Fernsehgeschäft ein. Das berichtet die Branchenplattform „Digital Fernsehen“. Nach Angaben des Kreditschutzverbands KSV1870 hat das Landesgericht Wiener Neustadt die Schließung der Mediashop GmbH angeordnet. Eine Fortführung sei wegen einer drohenden Liquiditätslücke „nicht darstellbar“ gewesen.
Der Sender „Mediashop – Neuheiten“ ist bereits eingestellt worden. Das Programm „Mediashop – Meine Einkaufswelt“ sendet über den Satelliten Astra auf 19,2 Grad Ost nur noch Hinweisschleifen. Das 1999 gegründete Unternehmen mit Sitz in Neunkirchen beschäftigte zuletzt europaweit rund 400 Mitarbeiter und erzielte nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von etwa 170 Millionen Euro.
Ein zunächst geplanter Sanierungsplan wurde zurückgezogen. Das Verfahren wird nun als Konkursverfahren fortgeführt, das in Deutschland einem Insolvenzverfahren entspricht. Nach Informationen der österreichischen Zeitung „Der Standard“ sind 459 Gläubiger betroffen, darunter 279 im Ausland und 180 im Inland.
Die Entwicklung hat auch Auswirkungen auf den Fernsehmarkt. Teleshopping-Anbieter galten bislang als verlässliche Kunden für Satellitenkapazitäten. Durch den Wegfall von Mediashop verliert unter anderem der Betreiber Astra einen solchen Abnehmer, wie „Digital Fernsehen“ berichtet.
Auch private Fernsehsender wie DMAX, Eurosport, Sport1, Tele5 oder TLC könnten Einnahmen verlieren. Sie hatten Teleshopping-Fenster in ihrem Programm, die nun teilweise durch andere Anbieter ersetzt werden.
Der Fall wird in der Branche als Beispiel für den Wandel im Bewegtbildmarkt gesehen. Verbraucher bestellen Produkte zunehmend online, während das lineare Fernsehen an Reichweite verliert. Gleichzeitig bleiben die Kosten für Sendeplätze und Verbreitung bestehen, was das Geschäftsmodell von Teleshopping-Anbietern unter Druck setzt.








