Aktueller Bericht
Betrug auf Telegram: Zahl der Opfer steigt um 233 Prozent
07.03.2026 – 13:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Nutzer von Telegram und Co. wissen die dortige Anonymität zu schätzen. Vor allem Kriminelle.
Die verschlüsselte Messaging-Plattform Telegram gehört weltweit zu den am schnellsten wachsenden Kanälen für Betrug mithilfe psychologischer Tricks – dem sogenannten Authorised Push Payment (APP)-Betrug. Das zeigt der aktuelle „Revolut Consumer Security and Financial Crime Report“, den Juniper Research im Auftrag der Neobank Revolut erstellt hat.
Beim APP-Betrug geben sich Kriminelle als vertraute oder seriöse Personen aus. So bringen sie ihre Opfer dazu, ihnen freiwillig Geld zu überweisen. Zwar treten solche Maschen auch auf anderen Plattformen wie Facebook oder WhatsApp auf, doch die Dynamik bei Telegram ist laut Bericht besonders besorgniserregend. Die Zahl der Betrugsfälle stieg im Vergleich zum vorherigen Erhebungszeitraum um ganze 233 Prozent.
Platz 1 mit den meisten APP-Opfern teilen sich Telegram und Facebook: Auf beide entfallen jeweils 21 Prozent der gemeldeten Betrugsopfer. WhatsApp folgt mit 17 Prozent, Instagram und TikTok mit jeweils 6 Prozent. Fasst man die Meta-Marken zusammen, stammen rund 44 Prozent aller Opfer aus dem Umfeld des Konzerns.
Kriminelle nutzen laut Bericht gezielt die Verschlüsselungs- und Datenschutzfunktionen – und damit die weitgehende Anonymität der Plattform – für ihre Zwecke. Telegram bietet zahlreiche, schwer zu kontrollierende Chaträume, in denen besonders häufig gefälschte Stellenanzeigen kursieren.
Diese sogenannten „Job-Scams“ zielen auf Menschen in finanzieller Not oder unsicherer Beschäftigung. In der Hoffnung auf ein Einkommen geben Betroffene sensible Daten preis oder leisten sogar Vorzahlungen, um einen vermeintlichen Auftrag zu erhalten. Die Verbraucherzentralen warnen bereits seit Längerem vor solchen Job-Scamming-Angeboten.
Doch Telegram ist nicht die einzige Plattform, auf der Betrüger aktiv sind. Auch TikTok verzeichnet wachsende Probleme. Zwar machen Betrugsopfer dort laut Bericht derzeit nur 6 Prozent aus – doch der Anteil betrügerischer Aktivitäten hat sich im Vergleich zum Vorjahr versechsfacht.
„Kriminelle nutzen den Erfolg von TikToks E-Commerce-Marktplatz TikTok Shop und profitieren von der steigenden Nutzeraktivität, um ihre betrügerischen Anzeigen weiter zu verbreiten“, heißt es im Bericht.
Auch andere soziale Netzwerke wie Discord, Reddit und Snapchat bleiben nicht verschont. Sie werden im Bericht unter der Kategorie „Sonstige“ (insgesamt 26 Prozent) zusammengefasst, da ihr individueller Anteil geringer ist. Zu dieser Gruppe zählen ebenso Online-Marktplätze wie Airbnb, eBay und Ticketmaster.











