Ob Vögel oder Wälder, Savannen oder Säugetiere, Fische oder Korallenriffe: Überall verschwinden natürliche Lebensräume und mit ihnen unsere Artenvielfalt. Und was besonders problematisch ist, ist, dass es schleichend geschieht, ohne dass wir es direkt bemerken. Schuld daran ist vor allem die Landwirtschaft. Auf der Nordhalbkugel wurde es in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter verfeinert, um maximale Effizienz zu erreichen. Vielfach sind monotone Landschaften ohne Hecken, Bäume oder Brachflächen entstanden – doch genau diese letzteren Elemente brauchen Vögel, Würmer und andere Pflanzen und Tiere. Die Abholzung der Wälder ist das Hauptproblem auf der Südhalbkugel, die Landwirtschaft frisst sich immer weiter in unberührte Naturlandschaften ein.
Was tut Deutschland zum Schutz der Artenvielfalt?
International ist Deutschland einer der größten Geldgeber für den Erhalt der Artenvielfalt. Auf der UN-Generalversammlung im September 2022 in New York kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz an, dass diese Summe bis 2025 auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr etwa verdoppelt werden soll. So fördert Deutschland beispielsweise Projekte zum Schutz des Regenwaldes in Brasilien und Indonesien; Allerdings fördert die Bundesregierung auch innovative Finanzinstrumente wie den Legacy Landscapes Fund. In Deutschland stellt die Bundesregierung bis 2026 vier Milliarden Euro für die Artenvielfalt zur Verfügung. Damit leistet sie gleichzeitig einen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz.
Welche Rolle spielt die Nationale Strategie zur Biodiversität in Deutschland?
Es gilt als zentrales Naturschutzinstrument des Bundes. Die Strategie wurde erstmals im Jahr 2007 erstellt und umfasst mehrere hundert Ziele und Maßnahmen. Die Fortschritte werden einmal pro Legislaturperiode überprüft. Im Jahr 2021 wurde der dritte Indikatorenbericht zur Strategie veröffentlicht. Darin heißt es, dass zwar einiges erreicht wurde, beispielsweise beim Insektenschutz und beim Ausbau des ökologischen Landbaus, es aber noch erheblichen Handlungsbedarf gebe. Auf internationaler Ebene spielen die Beschlüsse der UN-Biodiversitätskonferenz Ende 2022 in Montreal eine zentrale Rolle. Die rund 200 Staaten, die an der COP15 teilnahmen, einigten sich unter anderem darauf, bis 2030 30 Prozent der Land- und Ozeanflächen der Erde unter Schutz zu stellen. Auch für den Schutz der Artenvielfalt soll mehr Geld ausgegeben werden. Nach der Konferenz lobte Bundesumweltministerin Steffi Lemke das Ergebnis: „Die internationale Gemeinschaft hat endlich beschlossen, das Artensterben zu stoppen.“










