Aufgrund von t-online-Enthüllung
Er beschäftigt seine Freundin – nun verliert er eine Befugnis
02.03.2026 – 18:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Weil er seine Partnerin im Bundestag beschäftigt, verliert der AfD-Abgeordnete und stellvertretende Fraktionschef Stefan Keuter seine Zuständigkeit für Personalangelegenheiten.
Der stellvertretende Fraktionschef der AfD im Bundestag, Stefan Keuter, ist in Zukunft nicht mehr für die Personalangelegenheiten seiner Fraktion zuständig. Grund ist, dass Keuter seine Lebenspartnerin direkt in seinem Bundestagsbüro und auf Kosten des Steuerzahlers angestellt hat, wie t-online vor anderthalb Wochen exklusiv berichtete.
Die Entscheidung zur Veränderung der Zuständigkeit fiel am Montagnachmittag in der Sitzung des AfD-Fraktionsvorstands. Die Partei informierte darüber auch per Pressemitteilung. Statt Keuter soll demnach nun Peter Felser den Bereich Personal betreuen. Felser ist Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion.
Bereits in der vergangenen Woche wurde der Fall Keuter im Fraktionsvorstand besprochen. Keuter sollte sich an diesem Montag erneut dazu äußern. Nach Informationen von t-online war ihm nahegelegt worden, die Zuständigkeit abzugeben. Unter anderem AfD-Chefin Alice Weidel soll auf Konsequenzen gedrungen haben.
Im Fall von Keuter ist die Beziehung zwischen ihm und seiner Freundin seit Langem parteiintern bekannt. Mehrere Quellen bestätigen, dass das Paar parteiinterne Veranstaltungen, Geburtstagsfeiern und Empfänge gemeinsam besucht. t-online wurden zudem Aufnahmen von Keuters Wohnsitz in Duisburg zugespielt – auf Klingelschild und Briefkasten stehen Keuters sowie der Nachname der Frau gemeinsam. Privatfotos zeigen beide in Dubai und beim Oktoberfest. Im System des Bundestags ist die Frau als Keuters Mitarbeiterin eingetragen.
Auf Anfrage von t-online bestätigte Keuter die Anstellung, leugnete oder bestätigte aber nicht die Beziehung. Er bestritt „eine gemeinsame Haushaltsführung oder ein Zusammenleben“. Dass sich der Name seiner Mitarbeiterin an seiner Wohnung befinde, habe „ausschließlich praktische Gründe“, so Keuter. „Ich nehme vorübergehend Post für sie entgegen.“ Dieser Argumentation folgten Keuters Kollegen im Fraktionsvorstand offensichtlich nicht.
Die AfD wird gerade von einer Vetternwirtschaftsaffäre erschüttert. Verwandte, Ehefrauen oder Freundinnen von Spitzenpersonal aus mehreren Landesverbänden – Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen – sind auf Kosten der Steuerzahler in Büros von Kollegen beschäftigt oder sogar in den Büros der Abgeordneten selbst. Zum Teil soll es sich dabei um Scheinbeschäftigungen handeln, also gar keine Arbeit verrichtet werden.










