Geopolitische Krisen, wirtschaftliche Unsicherheit, disruptive KI – an der Börse ist viel los. Warum Sie die Ruhe bewahren sollten – oder sogar müssen.
Wegen eines dystopischen KI-Szenarios eines US-Research-Hauses sackten die Technologiekurse zu Wochenbeginn ab. Schon in den Wochen zuvor traf es aber eine Branche nach der anderen, deren Geschäftsmodelle durch die neue Technologie bedroht sein könnten. Banken, Versicherer, Logistiker – nichts und niemand scheint sicher vor dieser Disruption.
Plötzlich ist KI damit auch eine Gefahr für unsere Rendite. An der Börse führte das zu einem Favoritenwechsel: lieber Konsum, Industrie und Infrastruktur statt Technologie. Aber ist das ein langfristiger Trend? Oder ist es nur mal wieder eine Übertreibung in die eine oder andere Richtung? Folgt auf den KI-Hype die KI-Panik? Irgendwie kommt mir das bekannt vor, wenn ich ehrlich bin. Denn das gab es bereits in der Vergangenheit, wenn vermeintliche Megatrends aufkamen.
Die Börse ist eine Geschichte von Obsessionen, Übertreibungen und Irrtümern. Psychologie pur! Immer wieder kochen die Emotionen hoch, begleitet von mehr oder weniger starken Kursschwankungen. Gier und Panik sind sicherlich die stärksten Emotionen, die wir an der Börse erleben; und zwar immer und immer wieder. Wenn wir uns davon mitreißen lassen, dann stolpern wir unweigerlich über emotionale Fallstricke. Wir machen Fehler. Lassen uns von Gier und Panik und all den anderen Gefühlen leiten. Und das kostet unweigerlich Geld.
Ich habe mich in den vergangenen Monaten sehr intensiv mit Börsenpsychologie auseinandergesetzt, schließlich ist sie das Thema meines neuen Buches. Ich bin überzeugt: Auch wenn wir unsere Gefühle niemals abschalten können – wir sind schließlich Menschen und keine Roboter –, können und sollten wir doch lernen, sie zu kontrollieren.
Wer langfristig investiert, sollte die Nerven bewahren und seiner Strategie treu bleiben. Wenn wir uns verrückt machen lassen, dann machen wir Fehler. Wir werfen unsere Strategie über Bord, verkaufen Aktien, ETFs oder Fonds, die wir doch eigentlich sehr lange im Depot halten wollten. Bei Einzelaktien mag es Sinn ergeben, auf die aktuelle Marktlage – so emotional aufgeladen sie auch sein mag – zu reagieren. Aber bei ETFs und Fonds? Eher nicht.








