120 Mitarbeiter betroffen
Spielzeughersteller aus Bayern meldet Insolvenz an
24.02.2026 – 21:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Corona-Zeit bescherte Rolly Toys ein Umsatzplus. Doch nach dem Verlust eines wichtigen Kunden rutscht die Firma aus Bayern nun in die Insolvenz.
Der Spielzeughersteller Rolly Toys im bayerischen Neustadt bei Coburg ist offenbar in finanzielle Schieflage geraten. Wie der „Fränkische Tag“ berichtet, hat die Mutterfirma Franz Schneider GmbH & Co. KG beim Amtsgericht Coburg ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Ziel sei die Sanierung und Weiterführung des Betriebs, sagte Geschäftsführer Frank Schneider der Zeitung. Aktuell beschäftigt Rolly Toys in Neustadt 120 Menschen.
„Das Plus während der Corona-Zeit ist in den letzten Jahren wieder eingebüßt worden“, erklärte Schneider zum Hintergrund des Insolvenzantrags. Verschärft worden sei die Lage durch steigende Kosten für Energie und Wareneinkauf. „Das alles hat die Liquidität belastet“, so der Geschäftsführer. Zwar seien die Preise erhöht worden, das habe aber nicht gereicht. Und noch höhere Preise könne seine Firma am Markt nicht durchsetzen. Der Absprung eines Großkunden voriges Jahr habe den Umsatz der Firma weiter belastet.
Rolly Toys fertigt in Neustadt bei Coburg auf einer Fläche von 36.000 Quadratmetern mehr als 250.000 Kinderfahrzeuge. Dazu gehören etwa Trettraktoren und Baumaschinen, die echten Fahrzeugen nachempfunden sind. Dazu kooperiert die Firma mit Herstellern von Landmaschinen wie John Deere oder Claas. Gegründet wurde die Firma 1938. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Umstellung auf Spielwaren wie Stehaufmännchen, Wackelfiguren und Volksfestartikeln.
Für ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung muss die Fortführung des Unternehmens erfolgversprechend sein. Im Unterschied zur traditionellen Insolvenz bleibt die bisherige Geschäftsführung bei einem Verfahren in Eigenverwaltung im Amt. Der Insolvenzverwalter übernimmt dabei eine Kontrollfunktion. Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung soll das Vertrauen von Mitarbeitern und Kunden stärken und für Kontinuität sorgen. Nach Angaben des „Fränkischen Tags“ hat das Amtsgericht Coburg dem Verfahren am Freitag grünes Licht gegeben.










