Wir haben in den vergangenen Jahren viele Anlagen in die USA geliefert. Das waren zuletzt bis zu 20 Prozent unseres Umsatzes. Besonders in den Jahren 2022 und 2023 ist das Geschäft gestiegen. Deshalb haben wir Anfang 2024 ein Büro in Chicago eröffnet. Doch das hat sich nicht so ausgezahlt, wie wir gehofft hatten.
Schon seit Ende 2024 hat sich das Geschäft spürbar verschlechtert – also seit dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump und den Unsicherheiten rund um die Zölle. Im Jahr 2025 ist der US-Anteil an unserem Umsatz um die Hälfte eingebrochen und lag nur noch bei neun Prozent.
Donald Trump ist also schlecht für Ihr Geschäft?
Die Politik hat dazu geführt, dass wir weniger Projekte in den USA an Land ziehen. Wir sehen am Auftragseingang, dass das Geschäft rückläufig ist. Es ist jedoch nicht so, dass unsere Wettbewerber das Geschäft übernehmen. Es werden schlicht insgesamt weniger Projekte angestoßen. Die Zölle sind ein Kostenfaktor, der für viele schlecht ist. Die Unsicherheit bremst Investitionen.
Was wünschen Sie sich konkret?
Vor allem Klarheit über zwei, drei Jahre. Diese Perspektive brauchen wir, um Investitionen sauber kalkulieren zu können. Wir hätten lieber keine Zölle, aber das Geschäft wird auch bei Handelsbarrieren von 15 Prozent weiterlaufen. Europäische Maschinen, die in den USA in der Produktion gebraucht werden, bleiben wichtig. Ich erwarte deshalb, dass sich unser US-Export auf dem jetzigen Niveau stabilisiert.
Was genau liefern Sie in die USA?
Wir bauen Anlagen, die industrielle Prozesse beheizen. Etwa für industrielle Fritteusen, große Backöfen oder Pressen für Flugzeugteile: Diese Systeme müssen zuverlässig auf Temperatur gebracht werden. Dafür konstruieren und fertigen wir unsere Prozesswärmeanlagen in Deutschland und liefern sie per Schiff in die Vereinigten Staaten.
Sehr häufig sind es europäische Maschinenbauer, die ihre Maschinen in die USA verkaufen – und unsere Heizung ist ein Teil dieser Anlage. Unser Kunde ist dann zum Beispiel der Hersteller eines Backofens, der in den USA beim Endkunden aufbaut. Das ist die Kernkompetenz, die wir in Deutschland und Europa haben: Wir bauen Maschinen, mit denen etwas produziert wird.










