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Home » Drogenbauftragter Hendrik Streeck für Social-Media-Verbot bis 14
Politik

Drogenbauftragter Hendrik Streeck für Social-Media-Verbot bis 14

MitarbeiterBy MitarbeiterFebruar 18, 2026
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Drogenbauftragter Hendrik Streeck für Social-Media-Verbot bis 14

Social-Media-Verbot bis 14

Plattformen in die Pflicht nehmen – und Eltern entlasten

MeinungVon Hendrik Streeck und Nathanael Liminski


Aktualisiert am 18.02.2026 – 14:50 UhrLesedauer: 5 Min.

Vergrößern des Bildes

Kinder am Handy (Symbolbild): Deutschland diskutiert ein Social-Media-Verbot, wie es andere Länder, etwa Australien, inzwischen schon umsetzen. (Quelle: Rick Rycroft/AP/dpa/dpa-bilder)

Ein Antrag für den CDU-Parteitag fordert ein Social-Media-Verbot für Jugendliche bis 16 Jahre. Zwei bekannte Vertreter der Partei, Nathanael Liminski und Hendrik Streeck, plädieren nun im Gastbeitrag für eine niedrigere Altersgrenze – wie es auch die SPD tut.

Die Gefahren eines exzessiven Social-Media-Konsums bei Kindern und Jugendlichen sind nicht mehr nur Thema der Medienpolitik, des Jugendschutzes und der Suchtprävention, sondern werden inzwischen breit gesellschaftlich diskutiert – richtig so!

Jedes vierte Kind zeigt bereits ein riskantes Medienverhalten. Seit der Pandemie sind die Nutzungszeiten deutlich gestiegen und liegen weiterhin über dem Niveau vor Corona. Bereits 42 Prozent der 10- bis 11-Jährigen nutzen TikTok, 74 Prozent YouTube. Das ist keine Randerscheinung mehr, sondern Teil des Alltags einer ganzen Generation.

Die Risiken sind real – viele Eltern spüren diese Sorgen unmittelbar im Alltag, junge Menschen leiden unter den Folgen. Stundenlange Nutzung sozialer Medien führt zu Konzentrationsproblemen, depressiven Symptomen oder gar Angsterkrankungen. Studien zeigen zudem, dass dauerhafte digitale Ablenkung Lernprozesse schwächt und Stress erhöht. Tiefenlernen und kritisches Denken brauchen Fokus und keine Dauerbeschallung. Das ist kein Zufall, sondern Geschäftsmodell. Plattformen sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit zu maximieren. Plattformen arbeiten mit personalisierten Endlos-Feeds, automatischen Wiedergaben und algorithmisch verstärkten Reizen. Ziel ist maximale Verweildauer. Die Algorithmen sind dabei so gut geworden, dass sie schnell abhängig machen und ähnlich wirken wie bei einer chemischen Substanz. Wer das verharmlost, verkennt die Realität.

Dabei müssen wir unterscheiden zwischen problematischen Inhalten und suchtfördernden Mechanismen. Gewalt, Extremismus oder verzerrte Körperbilder sind das eine. Algorithmen, die Nutzungsdauer maximieren, das andere. Beides wirkt zusammen – und trifft auf ein besonders sensibles Belohnungssystem bei Heranwachsenden.

Dafür braucht es eine echte Antwort der Politik, die wirkt. Nicht Symbolpolitik. Nicht Schlagzeilen. Die Menschen erwarten ein Konzept, das dem Thema gerecht wird und dann auch tatsächlich politisch durchgesetzt und rechtlich wie technisch umgesetzt werden kann.

Es geht jetzt um einen entschlossenen und wirksamen Jugendmedienschutz im Zusammenspiel von klarer Regulierung, konsequenter Rechtsdurchsetzung und kluger Prävention. Er muss sich an der Lebensrealität junger Menschen orientieren, ohne sich ihr unterzuordnen. Eltern tragen Verantwortung, aber sie dürfen mit dieser Herausforderung nicht allein gelassen werden.

Kinder brauchen besonderen Schutz. Gerade weil sie Risiken noch nicht verlässlich einschätzen können und besonders anfällig für manipulative Mechanismen sind. Deshalb treten wir für ein wirksames Verbot der Nutzung von sozialen Netzwerken bis zum Alter von 14 Jahren ein. Altersgrenzen nützen aber nur, wenn sie auch technisch durchgesetzt werden. Deshalb braucht es eine verlässliche und datenschutzkonforme Altersverifikation. Die Länder haben mit der Reform des Jugendmedienschutzstaatsvertrags wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen. Altersangaben müssen künftig auf Betriebssystemebene wirksam werden.

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