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Home » «Nie wieder» als bleibende Verpflichtung
Politik

«Nie wieder» als bleibende Verpflichtung

MitarbeiterBy MitarbeiterJanuar 29, 2026
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«Nie wieder» als bleibende Verpflichtung

Gedenkstunde im Bundestag

„Nie wieder“ als bleibende Verpflichtung

Aktualisiert am 28.01.2026 – 14:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Tova Friedman redete den Deutschen ins Gewissen. (Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Als Kind wurde Tova Friedman nach Auschwitz verschleppt. Im Bundestag erzählt die 87-Jährige ihre Geschichte – und appelliert an die Deutschen, die richtigen Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen.

In einer bewegenden Rede vor dem Bundestag hat die Holocaust-Überlebende Tova Friedman zur konsequenten Bekämpfung von Hass und Antisemitismus aufgerufen. Diese Seuche müsse sehr ernst genommen werden, mahnte die 87-Jährige, die als Kind in das Vernichtungslager Auschwitz verschleppt worden war.

Friedman würdigte die deutschen Bemühungen, aus der Geschichte zu lernen – aber das scheine leider nicht auszureichen. „Neutralität im Angesicht des Hasses ist keine Neutralität – sie bedeutet Zustimmung“, betonte Friedman. „Möge die Erinnerung zu Verantwortung führen. Möge die Verantwortung zum Handeln führen. Und möge das Handeln dafür sorgen, dass „Nie wieder“ nicht nur eine Parole ist, sondern eine bleibende Verpflichtung.“

Der Holocaust-Gedenktag, der jedes Jahr am 27. Januar an die Auschwitz-Befreiung erinnert, war Anlass der Gedenkstunde, zu der der Plenarsaal wie üblich nahezu voll besetzt war. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) waren ebenso gekommen wie Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, und die Holocaust-Überlebenden Charlotte Knobloch, Eva Szepesi und Roman Schwarzman, die ebenfalls schon im Bundestag gesprochen haben. Für den musikalischen Rahmen sorgte der jüdische Starpianist Igor Levit.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) beklagte in ihrer Rede, dass sich in Deutschland mittlerweile der Hass auf Juden wieder ungeniert verbreite. Es müsse jedoch die historische Selbstverständlichkeit Deutschlands sein, dass jede Form der Ausgrenzung jüdischen Lebens dem Wesen unseres Landes widerspreche, betonte Klöckner. Dieser Ordnungsrahmen sei kein Vorschlag zur Güte. „Er ist kategorischer Imperativ.“

Das bedeute auch, dass die Bürger dieses Landes dem Antisemitismus nie gleichgültig gegenüberstehen dürften. „Als Deutsche tragen wir (…) eine besondere Verantwortung, dem wieder aufkommenden Hass gegen Juden entgegenzutreten.“

Friedman, die gemeinsam mit ihrem Enkel einen Tiktok-Kanal zur Erinnerung an den Holocaust betreibt, berichtete vor den Abgeordneten von ihrer Kindheit in Auschwitz. „Ich bin davon ausgegangen, dass alle jüdischen Kinder in den Tod geschickt werden.“ Nachdem sie die Lagerhaft überlebt hatte, habe sie gedacht, sich nie mehr wegen ihres Judentums fürchten zu müssen. Doch die Zeiten hätten sich geändert: „Der Antisemitismus ist nicht verschwunden – er hat sich angepasst.“

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