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Home » Münchner Konzern meldet 800 Millionen Euro Verlust
Deutschland

Münchner Konzern meldet 800 Millionen Euro Verlust

MitarbeiterBy MitarbeiterJanuar 28, 2026
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Münchner Konzern meldet 800 Millionen Euro Verlust

Krise im Chemiekonzern

Wacker meldet 800 Millionen Euro Verlust: Stellenabbau weiterhin geplant

Aktualisiert am 28.01.2026 – 11:15 UhrLesedauer: 3 Min.

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Bei Wacker Chemie ist die Lage unerfreulich. (Symbolbild) (Quelle: Sebastian Willnow/dpa/dpa-bilder)

Wacker Chemie meldet mehrere Hundert Millionen Verluste. Der angekündigte Stellenabbau soll nun weiter vorangetrieben werden.

Für den Chemiekonzern Wacker reißen die schlechten Nachrichten nicht ab: Nachdem im vergangenen Jahr ein Stellenabbau zum Einsparen von Kosten angekündigt wurde, kommt nun die nächste Hiobsbotschaft – und zwar in Form von 800 Millionen Euro Verlust.

Eigentlich sollte das im November verkündete Sparprogramm, bei dem 1.500 Stellen gestrichen werden sollen, die Kosten senken. Stattdessen hat das Unternehmen einen Rekordverlust eingefahren und ist in die roten Zahlen gerutscht. Ebenfalls nennt das Unternehmen die hohen Energiepreise, Wertkorrekturen und einen leicht gesunkenen Umsatz als Grund für den Verlust.

Wacker plant den größten Teil davon in seinem Stammwerk im bayerischen Burghausen. Insgesamt will das Unternehmen 300 Millionen Euro im Jahr sparen, die Hälfte davon durch Personalabbau, wie der Vorstand mitteilte. Weltweit beschäftigte der Konzern Ende 2024 gut 16.600 Menschen, davon etwa 10.700 in Deutschland. Es zeichnet sich ab, dass mehr als zehn Prozent der heimischen Belegschaft das Unternehmen verlassen sollen.
2024 hatte der Konzern noch einen Nettogewinn von knapp 261 Millionen Euro erwirtschaftet.

Wacker hatte im Herbst des vergangenen einen Nettoverlust von knapp 105 Millionen Euro gemeldet und gleichzeitig einen Gewinn von etwa 261 Millionen Euro erwirtschaftet. Insgesamt sei der Umsatz um vier Prozent auf etwa 5,5 Milliarden Euro geschrumpft. Das Unternehmen beklagt darüber hinaus den zunehmenden Druck auf die Branche. Vorstandschef Christian Hartel sagte deshalb bereits im Herbst, dass man mittels des Sparprogramms die „Kosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken“ will.

Wacker Chemie ist nach Firmenangaben größter Lieferant des Halbleiter-Rohstoffs Polysilizium für die globale Chipindustrie. Weitere Geschäftsbereiche sind unter anderem Polymere – überwiegend Bindemittel und Zusatzstoffe für die Baustoffindustrie – und Biotechnologie. Größter Standort ist das Stammwerk im oberbayerischen Burghausen mit etwa 8.000 Mitarbeitern.

Hartel machte gegenüber der dpa die Politik mitverantwortlich für die schwierige Lage der Branche: „Insbesondere am Standort Deutschland erweisen sich die viel zu hohen Energiepreise und bürokratische Hemmnisse weiterhin als zentraler Bremsklotz für eine erfolgreiche Entwicklung der chemischen Industrie.“ Das bezieht sich unter anderem darauf, dass die Preise für Strom und Gas in China und den USA erheblich niedriger sind als in Deutschland. Die Chemiebranche ist nach wie vor sehr energieintensiv: Wacker Chemie ist kein Riesenkonzern, verbraucht aber nach Firmenangaben knapp ein Prozent des gesamten Stroms in Deutschland.

Um angesichts steigender Energiepreise krisenfester zu werden, unterstützen viele Chemiekonzerne Projekte mit Erneuerbaren Energien, die sie mitnutzen können. Eines davon war der Windpark im „Chemiedreieck“: So wird das Gebiet um Burghausen genannt, weil dort neben Wacker weitere Chemiekonzerne ansässig sind. Dort war einer der größten Windparks in Deutschland geplant, der etwa zehn Prozent des Energiebedarfs von Wacker & Co. decken sollte.

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