Polizei bittet um Hinweise
Überraschende Wende im Schädel-Rätsel der Kölner Uni
27.01.2026 – 14:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Bizarrer Kriminalfall in Köln: Ein gestohlener Schädel kehrt nach zwei Monaten zurück – in einer Decathlon-Tüte. Doch wer ihn dort ablegte, ist unbekannt.
Überraschende Wendung in einem ungewöhnlichen Kriminalfall: Der zwischen Oktober und Dezember 2025 aus der Universität Köln gestohlene Schädel eines indigenen Australiers ist wieder aufgetaucht. Eine Mitarbeiterin hatte ihn am Montagmorgen in einer Decathlon-Tragetasche im Untergeschoss des Universitätsgebäudes entdeckt – nicht weit entfernt von dem Lagerraum, aus dem er ursprünglich entwendet worden war.
Der Diebstahl hatte im Dezember Aufsehen ausgelöst: Ausgerechnet kurz vor der feierlichen Übergabe an Vertreter der australischen indigenen Bevölkerung war der Schädel aus einem verschlossenen Präparationslabor verschwunden. Der Täter hatte ihn durch ein Gipsobjekt ersetzt, offenbar um den Diebstahl zu verschleiern. Die angereisten australischen Vertreter zeigten sich damals „gefasst“, nahmen die Entschuldigung der Universität an und nahmen die beiden verbliebenen Schädel mit.
Das Motiv für den Diebstahl bleibt weiterhin unklar. Womöglich ging es ums Geld: Eine Recherche des ARD-Magazins „Panorama“ aus dem Jahr 2024 hatte gezeigt, dass mit menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten auf dem Schwarzmarkt gehandelt wird – Händler verlangen mitunter Tausende Euro.
Die Universität hatte die drei Schädel 1955 von einem Händler erworben, um ihre im Zweiten Weltkrieg zerstörte anatomische Sammlung wiederaufzubauen. Seit 2021 arbeitet die Uni systematisch die Herkunft ihrer Sammlung auf. Die menschlichen Überreste werden nicht mehr für Forschung und Lehre genutzt.
Die Polizei bittet nun um Hinweise zu der Person, die die Tüte im Universitätsgebäude abgestellt hat. Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 71 unter der Telefonnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen.











