270.000 Reisende stranden

Urlaubsland plant künstlichen Regen


Aktualisiert am 07.09.2026 – 15:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Gestrandete Flugreisende am Soekarno Hatta International Airport: Wann sich die Situation normalisiert, ist unklar. (Quelle: Ajeng Dinar Ulfiana/reuters)

Zwischen den indonesischen Inseln Java und Sumatra bricht der Vulkan Anak Krakatau aus. Die Bevölkerung soll Masken tragen. Auch für zigtausend Urlauber sind die Folgen massiv.

Ein Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau hat den Flugverkehr in Indonesien ins Chaos gestürzt: Zehntausende Menschen sind seit dem Wochenende auf den Inseln Java und Sumatra gestrandet. Die beiden internationalen Flughäfen in der Hauptstadt Jakarta, die auf Java liegt, bleiben wegen der Vulkanasche bis mindestens Montagabend (Ortszeit) geschlossen, wie die Behörden mitteilten. Betroffen ist auch der wichtige Airport Soekarno-Hatta.

An fünf kleineren Flughäfen des Inselstaates wurde der Luftverkehr ebenfalls eingestellt. Bisher konnte nur ein Regionalflughafen wieder eröffnet werden. Rund 2.300 Flüge fielen aus, verspäteten sich oder wurden umgeleitet, wie das Verkehrsministerium am Montag erklärte. Mehr als 270.000 Passagiere strandeten.

Am Flughafen Soekarno-Hatta schliefen einige Reisende auf Bänken. „Wir müssen einfach warten und warten und warten“, sagte ein 24-jähriger spanischer Tourist, der die Heimreise antreten wollte. Wann sich die Situation wieder normalisiert, ist Verkehrsminister Dudy Purwagandhi zufolge unklar. Der Grund sei das „dynamische Wetter“.

Der Anak Krakatau war am späten Freitagabend ausgebrochen. Der bisher letzte Ausbruch wurde am Sonntag um 20.23 Uhr registriert. Die Behörde warnte, die Wahrscheinlichkeit weiterer Ausbrüche in den kommenden Monaten bleibe hoch.

Künstlicher Regen soll Asche aus der Luft waschen

Die jüngste Eruption des Anak Krakatau sei ungewöhnlich gewesen, erklärte ein Vulkanexperte. Die Aschewolke erreichte Höhen von sechs bis 15 Kilometern. Das windige und trockene Wetter treibe die schwefel- und silikathaltige Asche weit fort. Dies stelle eine Gefahr für Flugzeugtriebwerke dar.

Ein vom indonesischen Zentrum für Vulkanologie und Geologische Gefahrenabwehr (PVMBG) bereitgestelltes Drohnenfoto: Der Vulkan Anak Krakatau stößt Aschewolken aus. (Quelle: PVMBG via XinHua/dpa)

Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, im Freien Masken zu tragen. Die Menschen sollten Ruhe bewahren und möglichst in geschlossenen Räumen bleiben. In Schulen wurde Online-Unterricht angeordnet. Mit sogenanntem Cloud Seeding planen die Behörden nun, die Vulkanasche aus der Atmosphäre der betroffenen Gebiete zu waschen. Dabei werden Chemikalien in Wolken eingebracht, um Regen zu erzeugen.

Der Anak Krakatau liegt in der Meerenge zwischen den Inseln Java und Sumatra. Der Name Anak Krakatau bedeutet „Kind des Krakatau“. Der Vulkan entstand nach der gewaltigen Eruption des Krakatau von 1883 aus dessen Caldera – also der großen kesselförmigen Vertiefung, die beim Einsturz des Vulkans entstand.

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