2,7 Millionen Euro fehlen

Zwangsabstieg: Traditionsklub muss absteigen

Aktualisiert am 03.06.2026 – 18:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Hasan Ismaik: Der Investor und der Klub geraten immer wieder in Streitereien. (Quelle: IMAGO/Ulrich Wagner/imago)

Nach einem erneuten Zoff mit dem Investor muss der TSV 1860 München seine Zahlungsfähigkeit beim DFB nachweisen. Die Frist ist nun abgelaufen – und es kommt zum Zwangsabstieg.

Der TSV 1860 München bekommt nach eigener Darstellung keine Lizenz für die 3. Fußball-Liga. Der Drittligist musste heute bis um 17 Uhr für die Lizenz notwendige Finanzunterlagen beim Deutschen Fußball-Bund einreichen, doch das klappte nicht. Ursächlich sei eine nicht erfüllte Finanzierungszusage von Investor Hasan Ismaik in Höhe von 2,7 Millionen Euro.

Der Investor teilte der „Süddeutschen Zeitung“ mit, dass es ein „trauriger Tag“ sei. „Ich bedauere die Nichteinhaltung der Finanzierungszusage durch den Gesellschafter HAM International. Bis zuletzt war ich fest davon überzeugt, dass eine Lösung im Interesse der Profifußball-Gesellschaft gefunden werden kann. Dieser Wunsch hat sich leider nicht erfüllt“, erklärte Geschäftsführer Manfred Paula an einem Schwarzen „Löwen“-Tag. „Wir werden nun all unsere Energie darauf verwenden, einen schlagkräftigen Kader für die kommende Saison in der Regionalliga Bayern aufzustellen.“

Auch Ismaik schien zuletzt bereit, auf den letzten Drücker doch noch einzulenken. „Ich denke, wir bleiben in der dritten Liga, und jeder arbeitet besonders hart, um in der dritten Liga zu bleiben“, schrieb der Jordanier der SZ zufolge. Er hoffe nicht, dass die „Löwen“ wieder in die Viertklassigkeit müssten.

Gernot Mang, Präsident des Muttervereins 1860, sagt: „Diese Entwicklung ist besonders enttäuschend, da sowohl die Geschäftsführung als auch die Vertreter des Muttervereins auf die Einhaltung der getroffenen Zusage vertraut haben. Wir haben uns als Vereinsvertreter immer kompromissbereit gezeigt, können uns aber nicht über satzungs- und verbandsrechtliche Vorgaben hinwegsetzen.“

1860 sucht „Perspektive für die Zukunft“

Die sportlich für eine weitere Drittligasaison qualifizierten Münchnern erleben ein qualvolles Déjà-vu. Schon 2017 hatte Ismaik, der stets gegen die 50+1-Regel gewettert hat, um die Kontrolle über den Verein zu übernehmen, nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga die für eine Lizenz in der 3. Liga nötige Zahlung von rund 10 Millionen Euro verweigert. Der TSV 1860 musste daraufhin in der Regionalliga einen Neuanfang unternehmen.

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Diesmal kündigte Ismaik erneut für die Lizenz notwendige Darlehensverträge und unterbreitete dem Mutterverein einen Forderungskatalog. Die Devise: Geld nur gegen massive Zugeständnisse. Die Geschäftsführung ging gegen die Kündigung der Darlehensverträge juristisch vor.

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