„Das ist eure letzte Saison“

Jetzt droht der Fan-Aufstand in Pokal und Liga


02.08.2026 – 16:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Zeichen des Frusts: Fans von Lok Leipzig warfen beim Spiel in Luckenwalde kleine Pokale auf den Platz, um ihren Ärger über den bisher wertlosen Meistertitel in der Regionalliga Nordost auszudrücken. (Quelle: IMAGO/Michael Taeger/imago)

Der Konflikt um die Zukunft der Regionalligen birgt weiter Zündstoff. Bereits konkret gewordene Reformvorschläge sind ins Stocken geraten. Das bringt die Fans ligaübergreifend auf die Barrikaden.

„Lasst euch nicht verarschen.“ „Das ist eure letzte Saison.“ „Vereine und Fans betrogen.“ Die Botschaften, die zahlreiche Fanlager zum Ligastart der fünf Regionalligen am vergangenen Wochenende auf Plakaten in den Stadien verbreiteten, waren unmissverständlich. Sie fordern den DFB und seine Landesverbände mit Nachdruck zum Handeln auf. Sie kommen sich allmählich verschaukelt vor.

Hintergrund der Proteste: Die eigentlich bereits konkreter gewordene Reform der Aufstiegsregelung von der vierten in die dritte Liga ist ins Stocken geraten – und die Geduld der Anhänger ist aufgebraucht.

Die nachvollziehbare Forderung von Fans und Vereinen lautet seit Jahren: „Meister müssen aufsteigen.“ Die aktuelle Regelung mit fünf Regionalligen, aber nur vier Aufsteigern in die 3. Liga, soll endlich überarbeitet werden.

Zuletzt kam tatsächlich Bewegung in die Sache. Der ausgearbeitete Plan: Die Regionalligen sollten auf vier Staffeln reduziert werden, um das Problem zu lösen. Im Rahmen einer Abstimmung sollten die Klubs Ende Juni zwischen zwei Modellen entscheiden: dem „Kompassmodell“, das mithilfe Künstlicher Intelligenz vier Staffeln nach regionalen Gesichtspunkten einteilt und Favorit vieler Fanszenen war. Und dem „Regionenmodell“, das aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln gebildet hätte. Das Modell, das eine Mehrheit erhalten hätte, wäre weiterverfolgt worden, wenngleich die Abstimmung nicht rechtlich bindend gewesen wäre.

Abstimmungsmodalitäten geändert: Ultras sprechen von „Skandal“

Doch dann die große Überraschung, die die Fans nun so wütend macht: Die Regional- und Landesverbände änderten kurz vor der Abstimmung plötzlich die Modalitäten: Statt einer absoluten Mehrheit sollten sich alle Regionalverbände einstimmig auf dasselbe Modell verständigen, damit die Reform umgesetzt werden kann. Zudem sollten die vier geplanten Staffeln plötzlich nur noch 18 statt der ursprünglich geplanten 20 Mannschaften umfassen. Dieses Vorgehen bezeichneten die Ultra-Szenen als „Skandal“ und „bodenlosen Schachzug der Regionalfürsten“.

BVB-Torwart Gregor Kobel kickt im Februar 2024 Tennisbälle vom Spielfeld. Fans protestierten seinerzeit gegen den Einstieg eines Liga-Investors. (Quelle: IMAGO/Noah Wedel/imago)

Das Ergebnis: Das Kompassmodell erhielt zwar eine knappe absolute Mehrheit (50,9 Prozent), doch das reichte jetzt nicht mehr für eine Umsetzung, weil der Südwesten für das Regionenmodell stimmte und Bayern gar für eine völlig andere Lösung votierte. Die Folge: Reformfortgang abrupt gestoppt.

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