„Überall drehen sich Gespräche um Unfall“

16 Sekunden Herzstillstand – dann sterben zwei Gymnasiasten


Aktualisiert am 29.05.2026 – 15:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Kerzen und Stofftiere am Unfallort: Die Stadt hat den beiden Toten mit einer Schweigeminute gedacht. (Quelle: Fabian Strauch/dpa)

Dinslaken hält den Atem an: „Zwei kleine Engel sind von uns gegangen“, steht während einer Schweigeminute auf einem Zettel. Unterdessen werden neue Details zu den verhängnisvollen Momenten bekannt.

Die Autofahrerin, die am Mittwochmorgen in Dinslaken mit ihrem Wagen in eine Gruppe von Schülern gefahren ist, hatte nach Erkenntnissen der Ermittler einen 16-sekündigen Herzstillstand. Das hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Polizeikreisen die Auswertung eines sogenannten Ereignisrekorders ergeben, den die Frau implantiert hatte. Die Polizei geht davon aus, dass der Herzstillstand ursächlich für den Unfall war.

Die 47-Jährige hatte laut Staatsanwaltschaft bereits im Mai vergangenen Jahres wegen eines plötzlichen Ohnmachtsanfalls am Steuer einen Unfall verursacht. Danach sei ihr das Gerät eingesetzt worden, um die Herzaktivität kontinuierlich zu überwachen.

Ihren Führerschein durfte die Frau nach dem Unfall im vergangenen Jahr aber vorbehaltlos und ohne Auflagen behalten. Eine Sprecherin der zuständigen Führerscheinbehörde sagte: „Nach eingehender und abschließender Auswertung der erforderlichen medizinischen Unterlagen bestand keine rechtliche Grundlage zum Entzug der Fahrerlaubnis oder zur Erteilung von Auflagen“.

Schweigeminute am Freitag: Auf dem Asphalt erinnern noch Markierungen an den Unfall. (Quelle: Fabian Strauch/dpa)

Unfall in Tempo-30-Zone: Zwei Schüler sterben

Die 47-Jährige saß demnach offenbar vollkommen legal am Steuer, als sie am Mittwoch in einer Tempo-30-Zone plötzlich das Bewusstsein verlor. Ihr VW kam von der Spur ab – und traf drei entgegenkommende zwölfjährige Jungen, die kurz vor Schulbeginn auf ihren Rädern unterwegs zum Otto-Hahn-Gymnasium waren.

Nur ein Kind kam mit leichten Verletzungen davon. Die anderen beiden starben. Gegen die Autofahrerin wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Am Freitag fand in Dinslaken eine stadtweite Gedenkminute für die beiden Gymnasiasten statt. „Wohin man auch schaut – überall drehen sich die Gespräche um den furchtbaren Unfall“, sagte Bürgermeister Simon Panke in einer Video-Botschaft. „Ein Schock ist durch Dinslaken gegangen.“

Notfallseelsorger helfen Betroffenen und Mitschülern nach dem schweren Unfall in Dinslaken. (Quelle: Oliver Berg/dpa/dpa-bilder)

„Sogar der Gärtner hat das Rasenmähen unterbrochen“

An der Gedenkminute nahmen die gesamte Stadtverwaltung, die 19 Schulen der Stadt und viele Betriebe teil. „Es war sehr still im Rathaus und in der Stadt“, sagte eine Sprecherin. „Sogar der Gärtner vor dem Rathaus hat das Rasenmähen unterbrochen und innegehalten.“

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