Jugendlicher im Krankenhaus
14-Jähriger zieht täuschend echte Softair-Pistole – Polizist schießt
Aktualisiert am 19.08.2026 – 13:04 UhrLesedauer: 2 Min.
In München-Schwabing hat die Polizei auf einen Jugendlichen geschossen, der mit einem pistolenähnlichen Gegenstand hantierte. Jetzt wurden neue Details bekannt.
Ein Jugendlicher ist am Dienstagabend im Münchner Stadtteil Schwabing von einem Polizeischuss schwer verletzt worden. Bei dem Verletzten handelt es sich um einen 14-jährigen Schüler aus dem Landkreis Miesbach. Wie die Polizei mitteilte, wurde der 14-Jährige mit einer Schussverletzung in ein Krankenhaus gebracht.
Vorausgegangen war ein Notruf: Der Jugendliche soll auf einer Straße am U-Bahnhof Hohenzollernplatz mit einer schwarzen Schusswaffe offen hantiert haben. Die Polizei rückte mit zahlreichen Streifenwagen sowie mit Zivilkräften an. „Wenn wir eine Person mit Waffe gemeldet bekommen, sind wir mit starken Kräften im Einsatz“, erklärte der Polizeisprecher.
Softair-Waffe sah echter Beretta täuschend ähnlich
Gegen 17.30 Uhr machten zivile Beamte den Verdächtigen an der Kreuzung Herzogstraße und Belgradstraße ausfindig und sprachen ihn an. Daraufhin habe er „einen waffenähnlichen Gegenstand“ aus der Hose gezogen und eine Bewegung gemacht, als würde er eine Waffe durchladen. Die Zivilpolizisten forderten ihn laut Mitteilung auf, die Waffe fallen zu lassen. Daraufhin habe er sich mit erhobener Waffe zu ihnen umgedreht. Ein Polizist schoss daraufhin auf den 14-Jährigen, hieß es.
Er wurde in den Oberkörper getroffen. Die Einsatzkräfte leisteten den Angaben zufolge Erste Hilfe, bis der Notarzt eintraf. Nach aktuellem Stand befinde er sich in einem stabilen Zustand.
Eine echte Waffe trug der Jugendliche nicht bei sich. Wie die Polizei nun mitteilte, handelte es sich um eine Softair-Waffe, die einer echten Beretta 92 im Kaliber neun Millimeter täuschend ähnlich sah. Die Identität des Verletzten war zunächst offen, er wurde erst im Krankenhaus identifiziert. Zunächst waren Zeugen von einem etwa 20-Jährigen ausgegangen.
Polizei sucht Zeugen
Kripo und Spurensicherung trafen ebenso am Tatort ein wie Beamte des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA). Das LKA ermittelt grundsätzlich, sobald eine Polizeibeamtin oder ein Polizeibeamter die Dienstwaffe eingesetzt hat. Die LKA-Beamten prüfen dabei insbesondere, ob der Schusswaffengebrauch rechtmäßig war.
Nach Angaben von Polizeisprecher Thomas Schelshorn wird dabei nicht gegen den Beamten ermittelt, der geschossen hatte. Gegen den 14-Jährigen selbst wird wegen der Bedrohung der Polizisten ermittelt. Der Jugendliche war laut Polizei bereits zuvor polizeilich bekannt.
Die Beamten bitten um Zeugenhinweise aus der Bevölkerung. Wer am 18. August zwischen etwa 17.15 Uhr und 17.40 Uhr an der Herzogstraße, der Belgradstraße oder an der Haltestelle Clemensstraße unterwegs war und Hinweise geben kann, wird gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München unter der Telefonnummer 089 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
Der Einsatzort im Bereich der Kreuzung Belgradstraße/Clemensstraße war über Stunden weiträumig abgesperrt, auch der Tramverkehr kam in dieser Zeit zum Erliegen. Die Straße im Herzen des belebten Stadtteils Schwabing liegt, wurde weiträumig abgesperrt.