Vater hat „von nichts gewusst“
Zwei tote Säuglinge in Tiefkühltruhe entdeckt
13.02.2026 – 11:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Angehörige einer Familie öffnet in deren Haus eine Tiefkühltruhe. Darin macht er einen grausamen Fund. Doch als er die Polizei ruft, wird schnell klar: Die Dimensionen sind noch weitaus größer.
In Aillevillers-et-Lyaumont im Osten Frankreichs sind am Dienstag zwei tote Säuglinge in einer Tiefkühltruhe gefunden worden. Sie sollen nach Aussage der Mutter bereits seit 2011 und 2018 darin gelegen haben. Die 50-Jährige sei festgenommen worden und habe die Tat gestanden, teilte die Staatsanwaltschaft Besançon am Mittwoch mit. Jetzt soll eine Autopsie Aufschluss über die Umstände der Todesfälle bringen.
Die Polizei wurde von einem Mitglied der Familie auf die Tat aufmerksam gemacht. Der oder die Angehörige habe am Dienstag die Leiche eines der Babys in dem Gefrierschrank entdeckt und daraufhin die Polizei alarmiert, berichtete die französische Zeitung „La Dépêche“. Die Beamten seien daraufhin mit einem Großaufgebot angerückt und hätten das Haus durchsucht. Dabei fanden sie in der Tiefkühltruhe eine weitere Babyleiche.
Der Verdacht richtete sich schnell gegen die Mutter, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Sie hatte das gemeinsame Haus, in dem sie mit fünf Kindern und ihrem Lebensgefährten wohnte, im Dezember ohne Vorwarnung verlassen und sei seitdem nie wieder aufgetaucht. Die Behörden konnten sie im Pariser Vorort Boulogne-Billancourt ausfindig machen und nahmen sie dort am Mittwoch fest.
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, habe die Frau gestanden, die beiden Babys nach ihrer Geburt in den Jahren 2011 und 2018 in den Gefrierschrank ihres Hauses gelegt zu haben. Nach eigener Aussage habe sie die Schwangerschaften vor ihrer Familie und ihren Freunden verborgen und die beiden Kinder heimlich zu Hause zur Welt gebracht.
Der Lebensgefährte wurde ebenfalls in Polizeigewahrsam genommen. Das berichtete die französische Zeitung „Le Dauphine“ unter Berufung auf Staatsanwalt Cédric Logelin. Er soll laut Logelin „von diesen Schwangerschaften absolut nichts gewusst“ haben und „sei völlig aus den Wolken gefallen“.
Gegen die 50-jährige Mutter sei ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes an Minderjährigen unter 15 Jahren eröffnet worden, erklärte er weiter. Die Straftaten können mit lebenslanger Haft geahndet werden. Dem Vater werde dagegen aktuell nichts zur Last gelegt.
Am Freitag sollen die Leichen der Säuglinge obduziert werden. Ziel ist es, die „genauen Umstände“ des Todes zu klären und den Tatzeitraum einzugrenzen, hieß es weiter.
In Aillevillers-et-Lyaumont löst die Tat Fassungslosigkeit aus. Jean-Claude Tramesel, der Bürgermeister der Gemeinde, erklärte im Interview mit „Le Dauphine“: „Wir sind ein kleines Dorf mit 1.500 Einwohnern. Bei solchen Vorfällen denkt man immer, das passiert anderswo. Wir sind erschüttert.“ Die Familie lebe seit etwa zwanzig Jahren in der Gemeinde. „Es sind Menschen, die nicht auffallen.“
