Zwei schwere Verluste in einer Woche
Als für Herbert Grönemeyer eine Welt zerbrach
12.04.2026 – 07:22 UhrLesedauer: 3 Min.
Als Deutschpop-Legende feiert Herbert Grönemeyer seit Jahrzehnten große Erfolge. Der Sänger kennt aber auch die Schattenseiten des Lebens.
Heute feiert Herbert Grönemeyer, einer der erfolgreichsten Sänger des Landes, seinen 70. Geburtstag. Nach über 20 Millionen verkauften Tonträgern und endlosen Tourneen, in denen er jedes Stadion der Republik füllte, blickt der in Bochum aufgewachsene Musiker auf eine Karriere und ein Leben voller Höhepunkte zurück. Das große Ganze könnte so schön sein, wäre da nicht das Jahr 1998, ein Jahr, in dem Herbert Grönemeyer zwei schwere Schicksalsschläge verkraften musste.
Im Oktober 1998 spendeten Herbert Grönemeyer und sein älterer Bruder Dietrich ihrem dritten Bruder, Wilhelm, Knochenmark. Wilhelm war Galerist und an Leukämie erkrankt. Die Spende half leider nicht. Wilhelm Grönemeyer verstarb am 1. November des Jahres 1998 im Berliner Virchow-Klinikum. Wenige Wochen zuvor hatte der Sänger und Schauspieler seine bereits weitgehend ausverkaufte Konzerttournee abgesagt, um seinem an Leukämie erkrankten Bruder Wilhelm zu helfen. Alle Mühen waren vergebens.
Und es kam noch schlimmer. Nur zwei Tage nach dem Tod seines Bruders verlor Herbert Grönemeyer auch seine Ehefrau Anna an den Krebs. „Wenn man so eine Katastrophe erlebt, ist man völlig hysterisch, zerrüttet und ängstlich“, erinnert sich der Sänger vier Jahre später in einem Interview mit dem „Stern“ an die Tage zurück, als für ihn eine ganze Welt zerbrach.
Mit Anna Henkel war Herbert Grönemeyer 20 Jahre glücklich liiert. Die gebürtige Hamburgerin stieß über die hanseatische Kulturszene irgendwann zum Neuen Deutschen Film und debütierte im Jahr 1973 in dem deutsch-französischen Kinofilm „Dorotheas Rache“.
In den folgenden Jahren arbeitete die Tochter einer Hausfrau, die im Jahr 1968 an Brustkrebs verstarb, und eines Lufthansa-Ingenieurs mit dem erfolgreichen deutschen Regisseur Ulrich Schamoni zusammen. Ihren größten beruflichen Erfolg feierte Anna Henkel im Jahr 1976, als sie neben Filmgrößen wie Robert De Niro, Gérard Depardieu und Donald Sutherland für den Bertolucci-Skandalfilm „1900“ vor der Kamera stand.
Zwei Jahre später lernten sich Anna Henkel und Herbert Grönemeyer bei den Dreharbeiten zum Halbstarken-Film „Uns reicht das nicht“ kennen. „Als wir uns 1978 zum ersten Mal über den Weg liefen, hatte ich lange rote Haare und war eine etwas anstrengende Frohnatur. Sie kam aus der Hamburger Hippie-Szene, wollte immer tief in die Emotionen einsteigen und hielt das Ruhrgebiet für Dunkeldeutschland. Da prallten zwei Welten aufeinander. Das hat uns aber auch ausgemacht“, so Herbert Grönemeyer.
