Bis zu 30-mal höheres Risiko
Zwei Gewohnheiten erhöhen das Zungenkrebsrisiko erheblich
Aktualisiert am 27.08.2026 – 14:32 UhrLesedauer: 3 Min.
Zungenkrebs entsteht meist in den vorderen zwei Dritteln der Zunge. Das persönliche Risiko steigt vor allem durch zwei Gewohnheiten entscheidend.
Ob beim Schmecken, beim Herunterschlucken von Nahrung oder beim Sprechen: Die Zunge erfüllt gleich mehrere wichtige Aufgaben. Bewusst wird das den meisten Menschen erst, wenn das Organ nicht mehr richtig funktioniert – etwa aufgrund einer Krebserkrankung.
Zungenkrebs ist zwar im Vergleich zu vielen anderen Krebserkrankungen eher selten. Bestimmte Einflüsse können das persönliche Erkrankungsrisiko jedoch erhöhen. Gut zu wissen: Die beiden größten Risikofaktoren lassen sich ausschalten.
Was ist Zungenkrebs?
Krebs, der aus Zellen der Zunge hervorgeht, bezeichnen Fachleute als Zungenkarzinom. Ärzte unterscheiden grob zwischen
- Zungenkrebs, der die vorderen zwei Drittel der Zunge betrifft, und
- dem deutlich selteneren Zungenkrebs im hinteren Zungendrittel.
Krebs in den vorderen zwei Dritteln der Zunge ist eine häufige Form von Mundhöhlenkrebs. Er kann sich sowohl auf der Zunge als auch seitlich oder unter der Zunge bilden. Vor allem der Zungenrand ist häufiger betroffen.
Ist Krebs im hinteren Drittel zu finden, ordnen Fachleute ihn in der Regel nicht dem Mundhöhlen-, sondern dem Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) zu.
Gut zu wissen
Krebs im Bereich der Zunge entwickelt sich fast immer aus bösartig veränderten, oberflächlichen Schleimhautzellen der Zunge, dem Plattenepithel. Nur selten geht er von Drüsengewebe aus (Adenokarzinom).
Risiko steigt durch Alkohol und Rauchen
Ob in Form von Zigaretten, Zigarren, Pfeifen, Kauf- oder Schnupftabak: Der größte Risikofaktor für Zungenkrebs ist starker Tabakkonsum. Die meisten Menschen mit Zungenkrebs sind oder waren über viele Jahre hinweg Raucher.
Und auch Alkohol erhöht die Wahrscheinlichkeit für Zungenkrebs: Wer regelmäßig viel Alkohol trinkt, hat ein bis zu sechsmal höheres Risiko als Menschen, die keinen Alkohol trinken.
Das Risiko für Zungenkrebs steigt noch einmal stark an, wenn eine Person sowohl Tabak konsumiert als auch übermäßig viel trinkt. Auch nach jahrelangem Konsum lohnt es sich, mit dem Rauchen und/oder dem Alkoholkonsum aufzuhören.
Wichtig
Untersuchungen zufolge steigt das Risiko für Mundhöhlenkrebs – und damit auch für Krebs im vorderen und mittleren Bereich der Zunge – um das 30-Fache, wenn eine Person gleichzeitig regelmäßig raucht und Alkohol konsumiert.
Welche Rolle HP-Viren spielen
Speziell bei Krebs im hinteren Zungendrittel kommt ein weiterer Risikofaktor ins Spiel: eine Infektion mit bestimmten humanen Papillomviren, kurz HPV. Die meisten Menschen infizieren sich damit beim Geschlechts-, Anal- oder Oralverkehr.
