Zahnreinigung, Homöopathie und Co.

Kassenärzte fordern Abschaffung freiwilliger Kassenleistungen


23.02.2026 – 11:12 UhrLesedauer: 1 Min.

Professionelle Zahnreinigung: Freiwillige Zusatzleistungen der Krankenkassen verursachen hohe Kosten. (Quelle: zamrznutitonovi/getty-images-bilder)

Manche Krankenkassen bezahlen Zahnreinigungen, andere Homöopathie. Kassenärzte-Chef Gassen will freiwillige Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen kürzen und dadurch sparen.

In der Diskussion über Einsparungen im Gesundheitssystem hat Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die komplette Abschaffung bestimmter Zusatzangebote der gesetzlichen Krankenkassen gefordert. „Wenn nicht genug Geld für den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung da ist und gespart werden muss, sind ‚Nice to have‘-Leistungen als Erstes zu streichen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die freiwilligen Leistungen gehen über das allgemeine Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus und sind von Kasse zu Kasse unterschiedlich. Zu diesen Angeboten zählen etwa alternative Behandlungsmethoden wie Homöopathie, Anthroposophie oder Phytotherapie, aber auch professionelle Zahnreinigungen. Dass diese von einigen Kassen finanziert werden, steht bereits seit Längerem auch in der Politik in der Kritik.

Gassen kritisiert, dass Krankenkassen einerseits Einsparungen bei ärztlichen Honoraren fordern, andererseits aber Geld für freiwillige Zusatzangebote ausgeben. Mit Blick auf entsprechende Forderungen der Kassen sagte er: „Es kann doch nicht sein, dass Kassen die Vergütung für Leistungen, die durch den Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen worden sind, kürzen wollen und gleichzeitig hohe Summen für werbewirksame Dinge bezahlen.“

Der Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet darüber, welche medizinisch notwendigen Leistungen die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt. Diese Leistungen gelten verbindlich für alle Kassen. Gassen fordert, dass die Kassen sich auf diesen Kernbereich konzentrieren.

Nach seiner Einschätzung liegt das mögliche Einsparvolumen bei einer vollständigen Abschaffung der freiwilligen Satzungsleistungen bei knapp einer Milliarde Euro pro Jahr. Dieses Geld könnten die Kassen aus seiner Sicht stattdessen für die reguläre medizinische Versorgung einsetzen.

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