Auf viel befahrener Strecke

Attacke auf Zugbegleiter: Kompletter ICE wird evakuiert


25.02.2026 – 16:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Zugbegleiter kontrolliert in einem ICE die Fahrscheine (Symbolbild): Ein 35-Jähriger musste seinen Dienst nach einem Angriff abbrechen. (Quelle: IMAGO/Martin Wagner/imago-images-bilder)

Ein Zugbegleiter bleibt bei einem Fahrgast ohne Ticket geduldig und zeigt sich hilfsbereit. Dann rastet die Passagierin aus.

In einem ICE der Deutschen Bahn ist am Dienstagmorgen ein Zugbegleiter attackiert worden. Der Mann wollte gegen 8.45 Uhr die Tickets der Reisenden zwischen Hannover und Berlin kontrollieren, wie die Bundespolizei Magdeburg mitteilte.

Eine 35-Jährige konnte demnach aber lediglich ein Quer-durchs-Land-Ticket vorweisen, das nicht zu einer Fahrt im ICE berechtigt. Der Kontrolleur habe der Frau die Situation geduldig erklärt und sie gebeten, den ICE am nächsten Halt zu verlassen, so die Bundespolizei. Er habe ihr „hilfsbereit sogar eine Alternativroute mit Regionalzügen“ herausgesucht.

Doch dann rastete die Frau offenbar aus. Sie schlug nach Angaben der Beamten mit der Faust auf den Zugbegleiter ein und beschädigte seine Dienstjacke. Bundespolizisten eilten dem Zugchef am nächsten Halt in Stendal zu Hilfe und nahmen die Frau vorübergehend in Gewahrsam. Der DB-Mitarbeiter klagte über Schmerzen im Bauch und musste seinen Dienst abbrechen. Ins Krankenhaus habe er nicht gewollt.

Der ICE mit seinen rund 100 Reisenden wurde komplett evakuiert, die Fahrgäste mussten mit einem späteren Zug weiterreisen. Gegen die Frau, die laut Polizei die ivorische Staatsangehörigkeit hat, wurde ein Verfahren wegen Betrugs, Hausfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet.

Der Angriff weckt Erinnerungen an eine tödliche Attacke auf den Zugbegleiter Serkan Çalar. Anfang Februar war der 36-Jährige in einem Regionalzug in Rheinland-Pfalz von einem 26 Jahre alten Fahrgast verprügelt worden, nachdem Çalar das Ticket des Mannes kontrollieren wollte. Der Zugbegleiter starb zwei Tage später im Krankenhaus an einer Hirnblutung. Bei einem Sicherheitsgipfel kündigte Bahnchefin Evelyn Palla anschließend Maßnahmen zum besseren Schutz der Beschäftigten an, darunter die flächendeckende Ausstattung mit Bodycams.

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