Braunschweigs besondere Rolle
Umstellung: Wann kommt die Sommerzeit?
Aktualisiert am 24.02.2026 – 17:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Noch gilt die Winterzeit, doch schon in wenigen Wochen wird wieder umgestellt. Ein Ort in Braunschweig spielt dabei immer wieder eine besondere Rolle.
In Braunschweig wird die Zeit gemacht, so sagt man es sich rund um die Löwenstadt. In wenigen Wochen werden die Uhren wieder umgestellt: in der Nacht vom 28. auf den 29. März nämlich. Dann fehlt eine Stunde Zeit, denn die Uhren werden von 2 auf 3 Uhr vorgedreht.
Und was hat Braunschweig damit zu tun? Dort ist der Hauptsitz der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Hier betreibt die PTB eine Reihe von Atomuhren. Eine damit erzeugte Zeitskala ist die Grundlage für die Zeit in Deutschland.
Die Verbreitung der gesetzlichen Zeit gehört zu den grundlegenden Aufgaben der PTB.
Dirk Piester, Leiter der Arbeitsgruppe Zeitübertragung an der PTB
Mit diesen Signalen füttern die Atomuhren die Dienste, die die Zeit verbreiten. Und auch die Verbreitung selbst hat sich die PTB auf die Fahnen geschrieben. Dirk Piester, Leiter der Arbeitsgruppe Zeitübertragung an der PTB, erklärte vor geraumer Zeit auf Nachfrage der Braunschweig-Redaktion von t-online: „Die Verbreitung der gesetzlichen Zeit gehört zu den grundlegenden Aufgaben der PTB.“
Und das funktioniert so: Ein Langwellensender verbreitet während jeder Minute die Informationen der Zeit. Dazu gehören Nummern von Minute, Stunde, Kalendertag, Wochentag, Kalendermonat und die beiden letzten Ziffern des Kalenderjahres, erklärt Piester. „Die ausgesendete Zeitinformation enthält somit auch die Zeitumstellung.“
Doch anders als oft vermutet, sendet nicht Braunschweig die Zeit aus, so Piester. Das macht die Sendefunkstelle der PTB in Mainflingen bei Frankfurt am Main über den Zeitsender DCF77. Der Standort in Braunschweig überwacht die Prozesse aus der Ferne.
Außerdem gibt Braunschweig den Takt vor, erklärt Piester: „Die Atomuhren, die die Zeitquelle für die in Mainflingen betriebene Steuereinrichtung liefern, sind hier in Braunschweig kalibriert worden.“ Diese laufen inzwischen weitestgehend „frei“. Einfluss nehmen Mitarbeiter nur von Zeit zu Zeit, um „etwas nachzujustieren“.
Dass bei der Zeitumstellung alles glattlaufen wird, bezweifelte Piester seinerzeit nicht. Er verspürt keine Aufregung. Der seit 1980 durchgeführte Prozess sei mittlerweile Routine und voll automatisiert. „Mitarbeiter prüfen allerdings regelmäßig vor jeder Zeitumstellung, ob die Geräte zur Aussendung einwandfrei funktionieren und auch richtig programmiert sind“, sagt der Experte.
