Nach Skandal im ZDF
Intendant Norbert Himmler will KI-Videos nicht verbieten
Aktualisiert am 25.02.2026 – 19:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach KI-Bildern im „heute journal“ spricht ZDF-Intendant Himmler von Transparenz und klaren Regeln. Verbieten will er solche Praktiken seinem Sender nicht.
Nach einem fehlerhaften Nachrichtenbeitrag im „heute journal“ hat ZDF-Intendant Norbert Himmler über das Thema gesprochen und eine weitere Verwendung von KI-Videos nicht ausgeschlossen. „Wir dürfen nur Bilder verwenden, deren Herkunft wir zweifelsfrei benennen können. Und wenn wir es nicht genau wissen, müssen wir das sagen. Dann müssen wir das kennzeichnen oder am allerbesten: bleibenlassen“, sagte Himmler bei der Übergabe des ZDF-Landesstudios Sachsen-Anhalt in Magdeburg an den neuen Leiter Andreas Postel.
Wenn Fehler geschähen, dafür stünden er und seine Kolleginnen und Kollegen, müssten sie benannt werden, „dann müssen wir sie aufarbeiten und wir müssen auch aus ihnen lernen“.
Das ZDF hatte vor rund einer Woche mit einem Nachrichtenbeitrag im „heute journal“ über die Einsätze der US-Migrationsbehörde ICE für Aufsehen gesorgt, weil die Redaktion darin unter anderem mit KI generierte Bilder verwendet hatte. Im „heute journal“ räumte das ZDF später Fehler ein und bat die Zuschauer um Entschuldigung. Zudem berief der Sender am Freitag die New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht nach dem fehlerhaften Beitrag mit sofortiger Wirkung ab.
Himmler sprach weiter davon, dass demokratische Meinungsbildung davon lebe, dass Bürgerinnen und Bürger sich auf unabhängige, auf ausgewogene und auf transparente Berichterstattung verlassen könnten. „Und das ist bei uns, ich verspreche Ihnen das, im ZDF kein abstrakter Anspruch, es ist die Grundlage unseres Auftrags und unserer Arbeit.“
Auch im Bundestag war der fehlerhafte Beitrag des ZDF Thema: Auf Antrag der AfD-Fraktion befasste sich das Parlament in einer Aktuellen Stunde mit dem Thema. Der AfD-Abgeordnete Martin Erwin Renner äußerte scharfe Kritik und sagte, es handele sich nicht um einzelne Pannen, sondern um „Symptome einer massiven strukturellen Schieflage“. Es gebe eine „ideologische Kumpanei“ der Sender mit der politischen Macht.
Die CDU-Abgeordnete Ottilie Klein sprach von einer Missachtung journalistischer Standards. „Mir ist persönlich völlig unklar, wie man auf die Idee kommen kann, KI-Videos in Nachrichten zu verwenden. Gerade dort haben Sie ja nichts verloren.“ Das ZDF müsse sich diese Kritik gefallen lassen. Zugleich betonte sie, das ZDF habe auf den Fehler reagiert, sich entschuldigt und Konsequenzen gezogen.










