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Home » Zahnarzt-Wut zwingt Bundesregierung zum Einlenken
Wirtschaft

Zahnarzt-Wut zwingt Bundesregierung zum Einlenken

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 24, 2026
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Zahnarzt-Wut zwingt Bundesregierung zum Einlenken

Regierung prüft Einlenken

„Faktisches Berufsverbot“: Zahnärzte laufen Sturm gegen GKV-Reform


24.06.2026 – 17:39 UhrLesedauer: 3 Min.

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Frau mit Zahnspange: Kieferorthopädische Eingriffe sollen künftig nur noch Fachärzte vornehmen dürfen. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Eunika Sopotnicka/imago)

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Die Bundesregierung will nicht mehr, dass jeder Zahnarzt Zahnspangen einsetzen darf. Das dürfte die Versorgung in einigen Regionen deutlich erschweren, warnen Fachverbände.

Wer künftig eine Zahnspange benötigt, muss demnächst möglicherweise lange nach einem Zahnarzt suchen. Grund ist der sogenannte Facharztvorbehalt, den die Bundesregierung im Rahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes einführen will.

Derzeit darf jeder Zahnarzt in Deutschland kieferorthopädische Eingriffe vornehmen – unabhängig davon, ob er eine dreijährige Facharztausbildung absolviert hat oder nicht. Das soll sich ändern. Für Versicherte heißt das: Wer eine Zahnspange benötigt, muss hierfür ab 2027 einen Facharzt aufsuchen. Eingriffe bei anderen Zahnärzten sind zwar weiterhin möglich, werden aber nicht mehr durch die gesetzliche Krankenkasse bezahlt. Die entsprechenden Kosten müssen folglich über eine private Versicherung oder aber aus eigener Tasche beglichen werden.

Bundesregierung will Qualität sicherstellen

Mit dieser Maßnahme will die Bundesregierung zum einen die Qualität der Behandlungen sicherstellen. Die notwendigen Mindeststandards bei der Behandlung können nicht gewährleistet werden, wenn jeder Zahnarzt entsprechende Behandlungen vornehmen und abrechnen dürfe, so die Argumentation.

Zum anderen will die Bundesregierung so auch die Kosten reduzieren. Durch den Facharztvorbehalt verspricht sich die Bundesregierung ein Einsparpotenzial in Höhe von 30 Millionen Euro im kommenden Jahr sowie 60 Millionen Euro in den darauffolgenden Jahren.

Für Patienten – vor allem Kinder und Jugendliche – hat dies allerdings gravierende Folgen. Nur ein Bruchteil der Zahnärzte hat die entsprechende Facharztprüfung abgelegt. Viele haben sich stattdessen das entsprechende Wissen nur über Wochenendkurse oder berufsbegleitende Studiengänge wie den Master of Science zugelegt.

Nur 3.825 Fachärzte in Deutschland

Von den insgesamt 103.998 in Deutschland tätigen Zahnärzten waren im Jahr 2024 nur 3.825 Fachzahnärzte für Kieferorthopädie. Deren Verteilung im Bundesgebiet ist zudem höchst unterschiedlich. Während in Städten sowie im Süden Deutschlands verhältnismäßig viele Fachärzte zu finden sind, sind sie in Bremen und einigen ostdeutschen Bundesländern rar gesät. Bislang war dies kein größeres Problem, weil die Facharztlücke durch andere Zahnärzte kompensiert wurde.

Doch genau dies würde sich durch die geplante Reform ändern. Vielerorts haben Zahnärzte in den vergangenen Wochen Alarm geschlagen. So befürchten Zahnärzte in Sachsen-Anhalt, dass es künftig zwei Drittel weniger Praxen für entsprechende Eingriffe geben würde. Besonders heftig würde es ländliche Regionen treffen – so könnte es im Landkreis Jerichower Land künftig keine Praxis mehr geben, die kieferorthopädische Eingriffe für Kassenpatienten anbieten könnte.

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Doch auch in Bundesländern mit vergleichsweise guter Versorgung ist der Frust groß. „Wer so entscheidet, schafft regionale Versorgungslücken, zwingt Kinder auf jahrelange Wartelisten und schickt schließlich Familien auf Reisen durch mehrere Landkreise, nur um die Zahnspange ihres Kindes nachstellen zu lassen. Eine solche Regelung spart kaum Geld, gefährdet aber akut die zahnmedizinische Versorgung“, mahnte Frank Wohl, Präsident der Bayerischen Zahnärztekammer.

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