Ministerin äußert sich

Vergewaltigungen in Deutschland: Neue Zahlen lassen aufhorchen

11.04.2026 – 15:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) (Archivbild): Sie sieht ein „ernstes Problem“ in Deutschland. (Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Die Zahl der Anzeigen wegen Sexualdelikten steigt seit Jahren. Jetzt zeigen neue Zahlen: Der Trend setzt sich offenbar fort.

Die Polizei hat im Jahr 2025 laut einem Medienbericht deutlich mehr Vergewaltigungsfälle erfasst als in den Jahren zuvor. Wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf eine eigene Abfrage bei allen Bundesländern berichtete, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 13.920 Fälle von Vergewaltigungsdelikten registriert und damit neun Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahl steigt demnach seit Jahren: 2018 waren es 8.106 Fälle, 2024 wurden 12.771 Fälle verzeichnet.

Grundlage der Daten sind die Polizeilichen Kriminalstatistiken der Länder. Es handelt sich hierbei um von der Polizei ausermittelte Delikte. Sie geben keine Auskunft über spätere Verurteilungen, liefern aber einen Anhaltspunkt für die Kriminalitätsentwicklung. Die offizielle Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundes soll demnächst veröffentlicht werden.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) sagte der „Welt am Sonntag“: „Sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist ein ernstes Problem in Deutschland. Vergewaltigungen sind entsetzliche Verbrechen und eine besonders schwere Form sexualisierter Gewalt.“

Bei besonders schweren Formen wie Vergewaltigungen unter Einsatz von K.-o.-Tropfen seien höhere Mindeststrafen erforderlich, fuhr die Ministerin fort. Ein Gesetzentwurf solle zeitnah im Kabinett beschlossen werden. Die Koalition habe außerdem vereinbart, die Strafen für Vergewaltigungen durch mehrere Täter und für Vergewaltigungen mit Folge einer Schwangerschaft zu erhöhen. „Auch an diesem Auftrag arbeiten wir.“

Den Daten zufolge ging die Gewaltkriminalität, darunter Fälle von schwerer Körperverletzung, Raub, Mord und Totschlag, nach dem bisherigen Höchststand 2024 indes leicht zurück. Laut dem Bericht meldeten die Länder hier 212.344 Fälle. Im Vorjahr wurden 217.277 Fälle gemeldet.

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