Trotz Kritik
Würge-Song zieht ins ESC-Finale ein
Aktualisiert am 15.05.2026 – 07:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Das zweite Halbfinale hat zehn neue Finalisten gebracht. Einer der Beiträge war schon vor dem Auftritt umstritten.
Die Liste der Beiträge für den Eurovision Song Contest in Wien ist nun komplett. Zehn weitere Länder haben sich am Donnerstagabend im zweiten Halbfinale für die Abschlussshow am Samstag qualifiziert. Darunter ist auch die Rumänin Alexandra Capitanescu mit ihrem Lied „Choke Me“ („Würge mich“).
Der Beitrag hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Mit Textpassagen wie: „Geboren, damit du mich beherrschst | Ich will, dass du mich würgst“, löste „Choke Me“ Diskussionen aus. Der Vorwurf: Der Song würde sexuelle Strangulation romantisieren. Dabei handelt es sich um eine riskante Sexpraktik, bei der durch Druck auf den Hals die Sauerstoffzufuhr gedrosselt wird. So kann es zu Verletzungen oder im schlimmsten Fall zum Tod kommen. Diese Thematik sei nicht geeignet für ein Familienpublikum, wie es beim ESC der Fall ist.
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Capitanescu wies den Vorwurf zurück, ihr Song verharmlose die Gefahren einer Sexualpraktik. Es handele sich bei ihrem Song um eine Metapher für den Druck, den Menschen manchmal auf sich selbst ausüben. Es gehe vielmehr um innere Ängste, Selbstzweifel und das Gefühl, emotional von den eigenen Erwartungen erdrückt zu werden. Mit Sex habe ihr Lied gar nichts zu tun.
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Retro-Powerballade zieht auch ins ESC-Finale ein
Aus Dänemark schaffte es Søren Torpegaard Lund mit seiner Nummer „Før Vi Går Hjem“ ins Finale. Genug Jury- und Publikumsstimmen holten sich außerdem die Beiträge aus Bulgarien, der Ukraine, Norwegen, Malta, Zypern, Albanien und Tschechien. Die Topfavoriten aus Finnland und Griechenland hatten die Qualifikationshürde bereits im ersten Halbfinale am Dienstag genommen.
Frankreich und Deutschland sind als wichtige Mitglieder der Europäischen Rundfunkunion automatisch für das Finale gesetzt. Die Französin Monroe trat im Halbfinale ohne Qualifikationsdruck an und begeisterte das Publikum in der Wiener Stadthalle mit ihrer Opernstimme bei dem Beitrag „Regarde!“. Deutschland schickt Sarah Engels mit dem Song „Fire“ ins Rennen.
