Polizei fängt wildes Tier
Mitten in Hamburg: Wolf greift Frau an
31.03.2026 – 00:59 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Wolf hat eine Frau im Hamburger Bezirk Altona gebissen. Polizisten fangen das Tier später an einem ungewöhnlichen Ort in der Innenstadt ein.
Ein Wolf hat im Hamburger Bezirk Altona eine Frau gebissen und verletzt. Das bestätigte die Polizei der Nachrichtenagentur dpa. Noch am späten Montagabend konnten Beamte das Tier in der Innenstadt einfangen: Am Anleger an der Binnenalster zogen sie den Wolf mit einer Schlinge aus dem Wasser. Ein Sprecher des Lagezentrums schilderte, dass zuvor Hinweise von Anrufern eingegangen seien, die das Tier dort und an anderen Orten gesehen hatten. Der eingefangene Wolf sei anschließend abtransportiert worden; für die weiteren Schritte sei nun die Umweltbehörde zuständig.
Wie schwer die Frau verletzt wurde und wo genau der Biss sie traf, dazu machte die Polizei zunächst keine näheren Angaben.
Ob es sich bei dem eingefangenen Wolf in Hamburg um dasselbe Tier handelt, das bereits am Wochenende in mehreren Stadtteilen gesichtet worden war, ist noch nicht gesichert. Ein Sprecher der Leitstelle erklärte, man halte es jedoch für wahrscheinlich, da nicht davon ausgegangen werde, dass sich mehrere dieser Tiere im Stadtgebiet aufhalten.
Laut früheren Angaben der Umweltbehörde hatten mehrere Menschen seit Samstag einen Wolf in Hamburg beobachtet. Zunächst sei das Tier in Parks entlang des Falkensteiner Ufers in Blankenese gesichtet worden, später dann weiter östlich in den Stadtteilen Nienstedten und Othmarschen. Der Wolfsexperte Norman Stier von der Technischen Universität Dresden habe anhand eines Videos und eines Fotos aus der Bevölkerung bestätigt, dass es sich zweifelsfrei um einen Wolf handele.
Dass ein Wolf einen Menschen beißt, ist ungewöhnlich. Wölfe gelten als scheu und weichen Menschen in der Regel aus. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt in Bayern können vor allem Jungtiere neugierig auf Menschen reagieren, ziehen sich aber zumeist langsam und gelassen zurück. Bei einer Begegnung sollte man sich ruhig verhalten, gegebenenfalls den Hund anleinen, nicht weglaufen und dem Wolf nicht folgen. Auf keinen Fall sollten Wölfe gefüttert werden, denn das könnte sie an die Nähe von Menschen gewöhnen.
Das Bundesumweltministerium hält auf seiner Internetseite fest: „Es gehört zum normalen Verhalten der Wölfe, dass sie gelegentlich auch tagsüber in Sichtweite von bewohnten Gebäuden entlanglaufen, nachts dann und wann Dörfer durchqueren oder am Dorfrand nach Nahrung suchen.“
Übergriffe auf Menschen sind dennoch sehr selten. Mit Verweis auf eine Studie des Norwegischen Instituts für Naturforschung (NINA) aus dem Jahr 2002 heißt es: „Wolfsangriffe auf Menschen lassen sich vor allem auf drei Ursachen zurückführen: Tollwut, Provokation und Futterkonditionierung.“










