Händler äußern sich

Aldi, Lidl, Rewe: Wer bei Backwaren die Herkunft verschweigt


14.08.2026 – 07:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Aldi Süd: Wer in München abends keinen Parkplatz findet, kann jetzt beim Discounter buchen.

Aldi Süd: Der Discounter entwickelt für seine Backstationen ein neues Konzept. (Quelle: Sven Severing/imago-images-bilder)

Backware aus dem Supermarkt kommt oft tiefgekühlt in die Filiale und wird dort aufgebacken. Welche Ketten die Bezugsquellen offenlegen – und welche nicht.

Mit ihren Backstationen machen die Discounter und Supermärkte den ansässigen Bäckern Konkurrenz. Mit sichtbaren Folgen: Der Marktanteil von Brot und anderen Backwaren aus Supermärkten und Discountern lag im ersten Quartal 2026 bei 70 Prozent – Tendenz steigend. Klassische Bäckereien verlieren an Kundschaft und müssen schließen.

Zwar erklären einige Handelsketten, man kooperiere zum Teil mit ansässigen Bäckern und lasse sich von diesen beliefern. Doch woher stammt der Rest der Ware aus der Backstation? Das wollte t-online wissen.

Aldi Süd

Aldi Süd teilt auf Nachfrage von t-online mit, dass man sich aus Wettbewerbsgründen nicht zu Sortimentsstrategien, Absatzzahlen oder weiteren Produktentwicklungen äußere. Woher der Discounter seine Teiglinge bezieht, ist unklar.

Backblech mit Teiglingen (Symbolbild) (Quelle: Shotshop/imago-images-bilder)

Was sind Teiglinge?

Ein Teigling ist ein fertig bearbeitetes und geformtes Stück roher Teig. Er kann frisch, gekühlt oder tiefgefroren sein.
Teiglinge sind nicht zwingend industriell gefertigt. Auch in Handwerksbäckereien werden die geformten Teigstücke Teiglinge genannt.

Vor einigen Tagen machte der Discounter jedoch mit neuen Backstation-Konzepten auf sich aufmerksam. Laut Berichten sei es eine Idee, künftig fertig gebackene Ware von regionalen Bäckern zu beziehen. Ein Test laufe bereits in der Region Kerpen.

Aldi Nord

Offener zeigt sich hingegen Aldi Nord. „Darüber hinaus kooperiert Aldi Nord bei einem Großteil der Filialen mit regionalen Handwerksbäckereien und ergänzt das eigene Backsortiment mit rund zehn lokalen Spezialitäten.“

Rewe

Die Supermarktkette Rewe zeigt sich deutlich transparenter: „Rund 85 Prozent der Teiglinge und vorgebackenen Backwaren stammen von Lieferanten aus Deutschland, der Rest aus den europäischen Anrainerstaaten.“ Darüber hinaus gebe es je nach regionalen Konsumgewohnheiten unterschiedliche Backwaren (etwa Laugenstangen in Süddeutschland, Franzbrötchen in Norddeutschland). „Maßgebliches Auswahlkriterium bei den Herstellern ist für uns das Kriterium Qualität der angebotenen Ware, nicht die Herkunft.“

Zudem erklärte der Unternehmenssprecher, dass Herstellerangaben zu den jeweiligen Produkten an der Backstation nicht verpflichtend und nicht branchenüblich seien.

Lidl

Ebenso transparent geht Lidl mit der Anfrage von t-online um. „Unsere Backwaren aus deutscher Produktion werden als Teiglinge oder schonend vorgebackene Rohlinge tiefgekühlt angeliefert und in den Filialen von speziell geschulten Mitarbeitern mehrmals täglich nach Bedarf fertig gebacken“, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Dieses Tiefkühlkonzept verbinde traditionelles Bäckerhandwerk mit modernen Herstellungsmethoden und ermögliche Lidl eine bedarfsgerechte Produktion für die Regionen.

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