Dies steht im krassen Widerspruch zu einem Versprechen, das Fifa-Präsident Gianni Infantino erst im August 2025 gemacht hatte: „Ich halte es für wichtig, dies klarzustellen. Es gibt viele Missverständnisse. Bei der Fifa-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr sind alle in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten willkommen. Genau darauf arbeiten wir hin.“
Artan darf nicht einmal in Kanada oder Mexiko pfeifen
Anstatt sich für Afrikas Schiedsrichter des Jahres und sein eigenes Versprechen einzusetzen, knickt der Weltverband nun vor der US-Politik ein. „Wie bei früheren Fifa-Veranstaltungen entscheidet letztlich die Regierung des Gastgeberlandes, wer ein Visum erhält und wer in das Land einreisen darf“, teilte der Verband weiter mit. Auch hier wird das Problem deutlich, denn die Fifa hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie sehr wohl zum Reagieren in der Lage ist. 2023 entzog der Weltverband Indonesien die Ausrichtung der U20-WM, nachdem sich Politiker für den Ausschluss Israels ausgesprochen hatten.
2026 hätte eine mögliche Reaktion nun darin bestanden, Artan als Kompromiss nur für Spiele in Kanada und Mexiko einzusetzen. Immerhin 26 der 104 Partien finden außerhalb der USA statt. Warum sich die Fifa gänzlich gegen eine Teilnahme des ursprünglich nominierten Schiedsrichters entschied, ist unklar. Eine entsprechende Anfrage von t-online ließ der Weltverband unbeantwortet.
Auch ist offen, ob ein anderer Schiedsrichter für Artan nachnominiert wird. Für die Spielleitung wurden ursprünglich 52 Unparteiische berufen. Selbst mit einem Schiedsrichter weniger dürfte die Abwicklung der 104 Spiele kein Problem darstellen. Zumal ein Nachnominierter derart kurzfristig wohl nicht an ein US-Visum käme. Sollte die Fifa wider Erwarten doch einen Nachrücker berufen, so dürfte es sich um einen Nordamerikaner handeln.
Klar ist zumindest, dass kein Spiel kurzfristig neu besetzt werden muss. Die Fifa informiert erst knapp 48 Stunden vor dem Anpfiff darüber, welcher Schiedsrichter das jeweilige Spiel leitet. Offiziell war Artan daher auch noch für keine Partie eingeteilt.
Einen organisatorischen Mehraufwand zieht die Ausweisung des somalischen Schiedsrichters für die Fifa also nicht nach sich, sehr wohl aber einen weiteren, gewaltigen Kratzer im eigenen Image. „Ich lache, aber es ist nicht lustig“, kommentierte die englische Fußballlegende Ian Wright das Geschehen. „Das ist eine Weltmeisterschaft des Chaos.“











