WM-Auftakt gegen Marokko
Brasilien gibt noch immer Rätsel auf
Aktualisiert am 24.06.2026 – 19:10 UhrLesedauer: 5 Min.

Brasilien tritt bei der WM 2026 erneut als Favorit an. Nach heftigen Schwankungen will die „Seleção“ wieder an frühere Erfolge anknüpfen.
Brasilien ist bei der WM 2026 dabei. Zum 23. Mal in Folge nimmt die brasilianische Nationalmannschaft „Seleção“ an einer Fußballweltmeisterschaft teil – und dennoch wird das Team von Trainer Carlo Ancelotti nicht mit der gewohnten Selbstverständlichkeit zum Turnier nach Nordamerika reisen. Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft verlief holprig, der Umbruch war tiefgreifend. Nun soll der Startrainer auf dem Weg ins WM-Finale Erfolg bringen – und nicht zuletzt das große Fußball-Trauma des Landes vergessen machen: das 1:7 im Halbfinale der Heim-WM 2014 gegen Deutschland.
Partie 1 gegen die starken Marokkaner beantwortete längst nicht alle Fragen, die die „Seleção“ derzeit aufwirft. Mit dem 1:1 konnten am Ende beide Kontrahenten leben, doch: Der Selbstanspruch der Brasilianer ist eigentlich höher.
Mit ausschlaggebend für den weiteren Erfolg im Turnier dürfte sein, wie stabil und mannschaftlich geschlossen sich die Mannschaft bei der WM in Nordamerika präsentiert. Im Vorfeld des Turniers fielen gleich reihenweise Schlüsselspieler und Hoffnungsträger verletzungsbedingt aus: Abwehrrecke Éder Militão, die Offensivspieler Rodrygo, Estêvão und Vitor Roque sowie weitere potenzielle WM-Fahrer müssen sich das Turnier vom Krankenbett aus ansehen. Das Gefüge des Teams könnte davon erschüttert werden.
Die Verletzungsmisere verschaffte sogar Altstar Neymar überraschend noch ein WM-Ticket. Mit ihm und Vinícius Júnior sitzt Nationaltrainer Ancelotti aber jetzt auf zwei tickenden Zeitbomben. Beide sind für ihre Theatralik auf dem Platz und ihre Unberechenbarkeit berüchtigt, und wenn die angeschlagene Fußball-Supermacht Brasilien etwas nicht brauchen kann bei diesem Turnier, dann Unruhe.
So hat sich Brasilien für die Weltmeisterschaft qualifiziert
Der Weg zur WM 2026 war für die brasilianische Nationalmannschaft ungewohnt steinig. In der südamerikanischen Conmebol-Qualifikation absolvierte das Team 18 Spiele – gewann achtmal, spielte viermal unentschieden und verlor sechsmal. Mit 28 Punkten belegte Brasilien Platz fünf. Das ist ausreichend für die direkte Qualifikation, aber weit entfernt von früherer Dominanz bei Fußballweltmeisterschaften.
Nach einem starken Auftakt mit zwei Siegen, darunter ein 5:1 gegen Bolivien, verlor die „Seleção“ über Monate an Konstanz. Bei der Copa América im Sommer 2024 wurde das Team teilweise ausgepfiffen, Ronaldinho kündigte sogar an, die Spiele Brasiliens nicht mehr schauen zu wollen.
Trainerwechsel, Formschwankungen und defensive Unsicherheiten prägten den Weg zur WM 2026. Zwischenzeitlich sammelten die Brasilianer wieder wichtige Punkte ein, verloren im März 2025 aber gegen Erzrivale Argentinien mit 1:4. Der knappe 1:0-Sieg gegen Paraguay im Juni brachte schließlich die Entscheidung: Brasilien hat sich erneut für die Fußball-WM qualifiziert.











