„Da macht sich der Bund einen schlanken Fuß“
Wirtschaftsweiser will Beamte in gesetzliche Krankenkassen holen
25.05.2026 – 03:27 UhrLesedauer: 1 Min.
Beamte sind in der Regel nicht gesetzlich, sondern privat krankenversichert. Der Ökonom Achim Truger stellt die Privilegien infrage.
Der Wirtschaftsweise Achim Truger hat mit Blick auf die soziale Gerechtigkeit in Deutschland die Privilegien von Beamten kritisiert. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sprach er sich für die Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) aus. „Dass Beamte aus der gesetzlichen Krankenversicherung rausgehalten werden, halte ich für völlig falsch. Durch ihr gutes Gehalt könnten sie die Kassenlage der GKV durchaus stärken“, sagte der Ökonom.
Truger stellte zudem infrage, ob es überhaupt so viele Beamte benötige. „Lehrer und Universitätsprofessoren wie ich müssten beispielsweise nicht zwingend verbeamtet werden“, so Truger. „Das wäre langfristig ein guter Weg, Staatsdiener stärker in die Solidargemeinschaft einzubinden, sonst hat man irgendwann eine Art Klassensystem“, sagte das Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Truger: „Da macht sich der Bund einen schlanken Fuß“
„Dass es den Beamten zum Teil so gut geht, hängt auch damit zusammen, dass man das Leben der anderen über die Jahre verschlechtert hat.“ Die Beitragszahler müssten etwa für den Großteil der Kosten der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldempfängern aufkommen. „Da macht sich der Bund einen schlanken Fuß“, bemängelte Truger.
Die Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger von schätzungsweise rund zwölf Milliarden Euro im Jahr werden bislang nur teilweise aus dem Bundeshaushalt übernommen – ein Großteil muss aus den Beitragseinnahmen der gesetzlichen Kassen gedeckt werden. Das bedeutet, dass Privatversicherte sich an der Finanzierung nicht beteiligen.










