Offener Streit in Expertenrat

Grimm distanziert sich von Wirtschaftsweisen

02.03.2026 – 13:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Ulrike Malmendier (l.) muss den Kreis der Wirtschaftsweisen verlassen, ihre Kollegin Veronika Grimm zeigt wenig Bedauern. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/imago)

Die Wirtschaftsweisen sollen die Bundesregierung beraten. Die Abberufung der Ökonomin Malmendier legt ein Zerwürfnis in dem Gremium offen. Ihr Nachfolger scheint gefunden.

Im Rat der Wirtschaftsweisen sind nach dem Aus für die Ökonomin Ulrike Malmendier neue Querelen ausgebrochen. Das Ratsmitglied Veronika Grimm distanzierte sich von einer Stellungnahme des Rats, in der das Gremium „Verwunderung und allergrößtes Bedauern“ geäußert hatte, dass das Mandat Malmendiers nach nur dreieinhalbjähriger Amtszeit nicht verlängert worden sei.

Auf der Plattform X stellte Grimm am Montag klar, dass sie dem Statement nicht zugestimmt habe. Die personelle Besetzung des Sachverständigenrats liege nach dem Gesetz in der Zuständigkeit der politischen Entscheidungsträger und nicht beim Rat selbst. „Eine öffentliche Stellungnahme des Rates zu seiner eigenen personellen Zusammensetzung gehört daher nicht zu seinem Mandat“, kritisierte Grimm und fügte hinzu: „Auch persönlich werde ich mich hierzu nicht wertend äußern.“

Zugleich übte die Ökonomin indirekt Kritik an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die sich laut Medienberichten an der geringen ordnungspolitischen Orientierung Malmendiers störte. „Mit dem Begriff Ordnungspolitik konnte ich noch nie so richtig etwas anfangen. Das ist ein Begriff, der in der internationalen Ökonomie gar nicht verstanden wird“, sagte die Ökonomin im „FAZ“-Interview weiter.

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung ist nach dem Ausscheiden Malmendiers nur noch zu viert. Geleitet wird es von der Münchner Ökonomin Monika Schnitzer. Weitere Mitglieder sind Veronika Grimm, Achim Truger und Martin Werding.

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