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Home » Wirtschaftswachstum durch Energiewende: Reiche lässt Studie verschwinden
Wirtschaft

Wirtschaftswachstum durch Energiewende: Reiche lässt Studie verschwinden

MitarbeiterBy MitarbeiterApril 24, 2026
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Wirtschaftswachstum durch Energiewende: Reiche lässt Studie verschwinden

Wirtschaftswachstum durch Energiewende

Reiche lässt Studie zu Vorteilen von Wind und Solar verschwinden


24.04.2026 – 11:56 UhrLesedauer: 4 Min.

imago images 0854409146Vergrößern des Bildes

Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie: Sie will den Ausbau der Erneuerbaren besser am Netzausbau ausrichten. (Quelle: Thomas Trutschel/imago)

Eine neue Studie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums zeigt: Der Ausbau erneuerbarer Energien könnte die regionale Wertschöpfung in Deutschland verdoppeln. Die Ergebnisse kommuniziert das Ministerium allerdings nicht.

„Deutsche Städte und Landkreise können ihre Einnahmen aus erneuerbaren Energien mehr als verdoppeln, wenn sie die Ausbauziele für Wind- und Solaranlagen erreichen.“ Das ist die zentrale Botschaft einer neuen Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult). Die Studie, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt wurde, zeigt, dass insbesondere in ländlichen Regionen Kommunen durch erneuerbare Energien mehr Steuereinnahmen, mehr Arbeitsplätze und mehr Unternehmensansiedlungen gewinnen können.

Damit Kommunen von der Energiewende profitieren können, müssten die Anlagen auch ortsansässigen Investoren gehören, zumindest in Teilen. Von den zehn Milliarden Euro, die bis 2023 an lokaler Wertschöpfung durch die Erneuerbaren generiert werden konnten, ging mehr als die Hälfte an große Investoren ohne regionale Bindung, so die Studie. „Finanzielle Beteiligungsmodelle, Bürgerenergiegesellschaften und kommunale Investitionen könnten dafür sorgen, dass mehr Wertschöpfung vor Ort bleibt und mehr Anwohner und Anwohnerinnen von der Energiewende profitieren“, betont Steven Salecki, Co-Autor der Studie und Volkswirt am IÖW.

Die Studie wurde vom Wirtschaftsministerium unter der Vorgängerregierung beauftragt. Fertiggestellt wurde sie wohl Anfang des Jahres, die Studie selbst ist zumindest auf den 27. Februar 2026 datiert. Hochgeladen wurde sie erst am 13. April 2026. Und auch überhaupt hat das Wirtschaftsministerium unter Katherina Reiche (CDU) die Ergebnisse bisher nicht beworben oder anderweitig kommuniziert. Die Studie ist auf der Webseite des Ministeriums nur zu finden, wenn man explizit nach ihr sucht.

Nach Informationen von t-online ist die Studie mutmaßlich nur deshalb überhaupt publiziert worden, weil die Institute erst nach einer Publikation vergütet werden. Das IÖW hat am Donnerstag – nachdem die Studie über eine Woche lang unbeachtet auf einer Unterseite des Ministeriums gelegen hatte – eine Pressemitteilung zu den Ergebnissen veröffentlicht, mit Verweis auf den Auftrag des Ministeriums.

Man fragt sich, warum das Ministerium eine Studie, für die sie bezahlt hat, auf einer Unterseite versteckt. Eine entsprechende Anfrage von t-online ließ das Ministerium unbeantwortet.

Der Vorgang verfestigt den Eindruck vieler Beobachter, dass die Wirtschaftsministerin lieber die Nachteile als die Vorteile der Energiewende bewerben möchte. Immer wieder betont Katherina Reiche, dass sie zu den Ausbauzielen für Wind und Solar stehe, aber dass deren Ausbau kosteneffizienter vorangehen müsse. Gleichzeitig hat sie eine Reihe von Gesetzen auf den Weg gebracht, die den Ausbau der Erneuerbaren erschweren könnten. Sie begründet das damit, dass der Netzausbau erst aufholen müsste.

„Die Erneuerbaren werden das Rückgrat unserer Stromversorgung sein“, sagte Reiche am Freitag in Berlin. „Sie sind es schon heute zum großen Teil. Aber eine Energiewende, die Systemkosten ignoriert, hat keine Zukunft. Klimaschutz ohne Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit ist politisch und wirtschaftlich nicht tragfähig.“

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