09.04.2026 – 13:34 UhrLesedauer: 5 Min.

Donald Trump: Trump sorgt sich um sein Vermächtnis, sagt Historikerin Jill Lepore.

Donald Trump: Deutschland im Visier. (Quelle: Elizabeth Frantz/reuters)

Donald Trumps Wut auf die Nato-Verbündeten könnte konkrete Folgen haben: US-Medien zufolge erwägt das Weiße Haus, Militär aus Europa abzuziehen. Doch so einfach ist das nicht.

Der Zorn des US-Präsidenten scheint diesmal größer als sonst: „Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen“, postete Donald Trump am Mittwoch auf der Online-Plattform Truth Social. Trump fühlt sich im Iran-Krieg nicht ausreichend von seinen Nato-Partnern unterstützt, mehrere US-Regierungsvertreter drohten bereits mit einem Rückzug der Amerikaner aus dem Bündnis. Auch beim Besuch von Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Weißen Haus soll ein möglicher Austritt thematisiert worden sein.

Die Befürchtung, die USA könnten der Verteidigungsallianz den Rücken kehren, ist nicht neu. Diesmal könnte die US-Regierung jedoch zu konkreteren Maßnahmen greifen. Dem „Wall Street Journal“ zufolge erwägt das Weiße Haus, US-Militärstützpunkte auf dem europäischen Kontinent zu schließen oder in andere Staaten zu verlegen. Als mögliche Länder, die davon betroffen sein könnten, werden Spanien und Deutschland genannt. Die Maßnahme soll als Strafe gegen Nato-Länder gedacht sein, die die USA im Iran-Krieg nicht ausreichend unterstützt haben. Ein Teil der Truppen könnte in Nato-Staaten verlegt werden, die sich aus US-Sicht kooperativer verhalten haben, schreibt die Zeitung unter Berufung auf anonyme Regierungsvertreter.

Für Deutschland wäre ein umfassender Abzug von US-Truppen ein verheerendes Signal. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass Trump Truppen aus der Bundesrepublik abzieht oder ganze Standorte schließt? Um welche Stützpunkte könnte es gehen? Und warum ausgerechnet Deutschland, das der US-Armee im Iran-Krieg freie Hand bei der Nutzung ihrer Basen gibt? t-online beantwortet die wichtigsten Fragen.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge kursiert der Plan eines möglichen Truppenabzugs aus Europa schon seit Wochen unter „hochrangigen Regierungsbeamten“ und habe dort auch Unterstützung gefunden. Der Vorstoß soll sich laut dem Bericht noch in einem frühen Stadium befinden und nur eine von mehreren Alternativen sein.

Ob die US-Regierung den Plan wirklich umsetzt, kann derzeit niemand seriös beantworten. Auch wenn Trump schon mehrfach Drohungen gegen die Nato ausgesprochen und hinterher wieder einkassiert hat, gibt es keine Garantie, wie Trump diesmal agieren wird. Der US-Präsident gilt als sprunghaft und impulsiv, und diesmal scheint sein Ärger auf die Nato größer als sonst.

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