Herbst- oder Winterdepression
Saisonale depressive Störung – so äußert sie sich
Aktualisiert am 22.09.2026 – 13:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Niedergeschlagenheit im Herbst und Winter kann ein Anzeichen für eine saisonale depressive Störung sein – muss es aber nicht. Wie sich die Erkrankung meist äußert.
Wenn die Tage kürzer, dunkler und kälter werden, bemerken viele Menschen auch in ihrem Gemüt einen Wandel: Sie fühlen sich nicht mehr so vital und munter wie im Frühling und Sommer und brauchen mehr Schlaf. Wer an einer Winterdepression leidet, ist aber nicht bloß ein bisschen müder als sonst oder schlecht gelaunt. Die Beschwerden sind ausgeprägter und ein Grund, sich Hilfe zu suchen.
Winterdepression – die Anzeichen im Überblick
Eine Winterdepression, fachsprachlich auch saisonale depressive Störung genannt, äußert sich für gewöhnlich durch folgende Anzeichen:
- gedrückte Stimmung
- verminderte Konzentration
- Interessen- oder Freudlosigkeit
- verstärkte Gereiztheit
- Müdigkeit und Energielosigkeit
- übermäßiges Schlafbedürfnis (Hypersomnie)
- gesteigerter Appetit, vor allem auf kohlenhydratreiche Nahrungsmittel
- Gewichtszunahme
- Gedanken an Tod oder Selbsttötung
Für die meisten dieser Beschwerden gilt: Wenn sie kurzfristig und einmalig oder selten auftreten, sprechen sie nicht zwangsläufig für eine Erkrankung.
Bestehen sie hingegen länger, sind sie stark ausgeprägt oder beeinträchtigen sie den Alltag, sollte ärztlich oder psychotherapeutisch abgeklärt werden, ob eine Depression oder eine andere psychische oder körperliche Erkrankung dahintersteckt.
Was tun bei Suizidgedanken?
Wer daran denkt, nicht mehr leben zu wollen oder sich das Leben zu nehmen, sollte damit nicht allein bleiben und möglichst rasch Unterstützung suchen. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr anonym und kostenlos unter 116 123, 0800 1110111 und 0800 1110222 erreichbar. Bei unmittelbarer Gefahr hilft der Notruf 112. Betroffene können sich auch direkt an eine psychiatrische Notaufnahme wenden.
Typisch für eine saisonale depressive Störung ist, dass die Beschwerden mindestens zwei Wochen anhalten und die depressiven Phasen immer wieder zu einer bestimmten Jahreszeit auftreten. Das ist nicht immer der Winter. Eine Frühlings- beziehungsweise Sommerdepression kommt aber seltener vor.
Anzeichen für Winterdepression – was jetzt?
Eine Winterdepression kann je nach Ausmaß der Niedergeschlagenheit zu einer schweren Belastung werden. Um das zu verhindern, ist es wichtig, entsprechende Anzeichen frühzeitig ärztlich abklären zu lassen, etwa durch die Hausärztin oder den Hausarzt. Alternativ kann auch eine Praxis für Psychotherapie als Anlaufstelle infrage kommen.
Im Gespräch klären Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, ob eine Depression mit saisonalem Muster vorliegt oder ob die Beschwerden eine andere Ursache haben. Je nach Ausprägung kommen verschiedene Behandlungen infrage, darunter Psychotherapie und Lichttherapie. Bei der Lichttherapie sitzen Betroffene meist morgens vor einer speziellen Lichttherapielampe. Häufig werden Lampen mit einer Lichtstärke von 10.000 Lux etwa 30 Minuten lang genutzt.