Windrad brennt lichterloh
Kriminalpolizei hat brisanten Verdacht
Aktualisiert am 31.03.2026 – 09:56 UhrLesedauer: 2 Min.
In Sachsen brennt ein Windrad, der Feuerwehr bleibt nichts anderes übrig, als zuzuschauen. Am Tag danach kommt ein Verdacht auf.
Die Polizei glaubt, dass jemand das in der Nacht zum Montag in Sachsen abgebrannte Windrad angezündet haben könnte. Grund dafür ist laut einem Sprecher der Polizei Görlitz, dass ein Schloss fehlte.
„Das Schloss von der Tür war weg“, zitierte die „Sächsische Zeitung“ den Gründer der Firma Sachsenkraft, die das Windrad 2001 vor dem Ortseingang von Crostwitz im Landkreis Bautzen errichtet hatte. Normalerweise seien die Anlagen dort mit einem Vorhängeschloss gesichert, sagte der Polizeisprecher t-online. Die Beamten würden daher wegen des Verdachts auf Brandstiftung ermitteln.
Aber auch ein technischer Defekt kann nicht ausgeschlossen werden. Es habe keine sonstigen Einbruchsspuren gegeben, sagte der Polizeisprecher t-online. Die Frage sei daher, ob das Vorhängeschloss eventuell aus Versehen bei der letzten Wartung abhandengekommen ist – oder ob es gewaltsam geöffnet wurde.
Fest steht bisher, dass das Windrad bei Ausbruch des Brandes nicht in Betrieb war. Das schließe zumindest aus, dass eine Bremse durchgeglüht ist, sagte der Polizeisprecher. Ein Defekt aus anderer Ursache – etwa durch einen Kurzschluss – bleibe aber denkbar.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sollen nun Klarheit bringen. Die Spezialisten seien bereits vor Ort gewesen, um die Brandspuren zu begutachten, erklärte der Polizeisprecher weiter. Ein Ergebnis der Untersuchung stehe aber noch aus. In letzter Zeit habe es im Gebiet der Polizeidirektion Görlitz keine Brandstiftungen an Windrädern gegeben.
Brände an Windrädern kommen selten vor. Laut TÜV-Verband werden jedes Jahr bundesweit etwa 50 gravierende Schäden an Windenergieanlagen festgestellt. Bei aktuell rund 30.000 Anlagen, die in Deutschland in Betrieb sind, liegen die Fälle also im Promillebereich.
Ob das Windrad repariert und wieder in Betrieb genommen wird, ist unklar. Als Neubau würde die Anlage nicht mehr genehmigt werden, sagte Sachsenkraft-Gründer Wolfgang Daniels der „Sächsischen Zeitung“. Das Windrad stehe dafür zu nah am nächsten Wohnhaus.
