Nach Forderung von Nastassja Kinski

Streit um Nacktszene: Wenders zieht Film vorerst zurück


Aktualisiert am 03.06.2026 – 16:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Nastassja Kinski und Wim Wenders: Im Laufe ihrer Karrieren arbeiteten sie mehrfach zusammen. (Quelle: VISTAPRESS / Lana Yassi via www.imago-images.de)

Nastassja Kinski will, dass eine Nacktszene aus dem Film „Falsche Bewegung“ gelöscht wird. Jetzt gibt Regisseur Wim Wenders nach.

Beim Dreh zu Wim Wenders‘ Film „Falsche Bewegung“ war Nastassja Kinski 13 Jahre alt. Darin ist sie mit nacktem Oberkörper zu sehen. Deswegen geht Kinski gegen den Film vor und will, dass die entsprechende Szene aus dem Film verschwindet.

Jetzt teilte die Stiftung von Regisseur Wim Wenders mit, dass „Falsche Bewegung“ vorerst nicht mehr gezeigt werden wird. Der Film werde aus allen aktuellen Auswertungsformen zurückgezogen. „Streaming-, TV- und Vertriebspartner werden angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugängig zu machen.“

Wim Wenders entschuldigt sich bei Nastassja Kinski

In der Mitteilung bat Wenders um Entschuldigung. „Als einziger der damals für ‚Falsche Bewegung‘ handelnden Verantwortlichen, der noch da ist, sehe ich, dass Nastassja Kinski damals hätte besser beschützt werden müssen. Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber“.

Wim Wenders: Er lenkt im Streit mit Nastassja Kinski ein. (Archivbild) (Quelle: Soeren Stache/dpa/dpa-bilder)

„Die vielen Reaktionen, Hinweise und Gespräche der vergangenen Tage haben wesentlich dazu beigetragen, meinen Blick auf die damaligen Ereignisse weiter zu schärfen. Dafür bin ich dankbar.“ Es sei nötig, dass unsere Gesellschaft angemessene Umgangsweisen für strittige Filmwerke des 20. Jahrhunderts finde und sich neuen Lernprozessen und Perspektiven stelle.

In dieser wichtigen Debatte würden sie einen breiten Austausch suchen. „Erst danach, auch wenn es länger dauern sollte, und nachdem wir eine einvernehmliche Lösung, auch in Absprache mit Nastassja Kinski, haben vorlegen können, werden wir den Film wieder freigeben.“

Sie hat oft mit Wim Wenders zusammengearbeitet: Nastassja Kinski im Film „Paris, Texas“. (Quelle: IMAGO/Supplied by LMK)

Zuvor hatte sich Wenders noch beim Deutschen Filmpreis zu dem Thema geäußert. Er würde die Szene „heute nie mehr so machen“. Seinem damaligen jungen Ich könne er aber keinen Vorwurf machen. Er habe einen Film in seiner Zeit gemacht. Doch es ergebe sich eine Frage, die alle Filmschaffenden angehe: „Wie geht man mit Filmerbe um?“ Wenders bat die Deutsche Filmakademie um eine Debatte.

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