Nach einer alten Bauernregel
Dieser Tag soll über das Wetter im Oktober entscheiden
Aktualisiert am 29.09.2026 – 09:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach einer alten Bauernregel gibt der 29. September Aufschluss über das Wetter der nächsten Wochen. Unter einer bestimmten Voraussetzung soll er sogar vorhersagen, wie der kommende Winter wird.
Am 29. September wird nach dem Heiligenkalender der christlichen Kirche der Michaelistag begangen, also der Tag des Erzengels Michael. Dieses Datum ist auch ein wichtiger Punkt im mittelalterlichen Bauernkalender. Laut einer alten Bauernregel sagt der Lostag das Oktoberwetter voraus: „Kommt der Michel heiter und schön, wird’s vier Wochen weitergehen.“
Diese Bauernregel soll zunächst nur mündlich überliefert worden sein – und aus einer Zeit vor dem 16. Jahrhundert stammen. Auch wenn der gereimte Spruch aus einer modernen Perspektive recht unwissenschaftlich anmutet: Dass ein Zusammenhang zwischen dem Wetter am vorletzten Septembertag und dem der folgenden Wochen besteht, ist nicht vollkommen unwahrscheinlich.
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Großwetterlagen sind in der Regel relativ stabil. Das bedeutet: Wird das Wetter Ende September von einem stabilen Hochdruckgebiet über Mitteleuropa beeinflusst, hält sich eine ähnliche Wetterlage wahrscheinlich auch in den folgenden Wochen.
Statistisch hat die Bauernregel, wie das Wetterportal „donnerwetter.de“ schreibt, eine Trefferquote von etwa 70 Prozent. Besonders in der Übergangsphase vom Sommer zum Herbst würden sich Wetterlagen meist für längere Zeiträume halten.
Alte Bauernregel: Klimawandel wirkt sich auf Aussagekraft aus
Trotzdem gibt es gute Gründe, wieso man auf derartige Bauernregeln nicht gänzlich vertrauen sollte. Viele der Regeln stammen aus einer Zeit weit vor der Gründung des deutschen Staats und haben für verschiedene Regionen unterschiedliche Aussagekraft. Im Norden und an der Küste wird das Wetter zudem von weiteren Faktoren beeinflusst. Die Regel trifft daher eher auf die Alpenregion und den Süden des Landes zu.
Auch der Klimawandel beeinflusst die Aussagekraft der Regeln: Teilweise haben sich die biologischen Jahreszeiten um bis zu drei Wochen verschoben. Die genauen „Stichtage“ sind also wahrscheinlich nicht mehr korrekt.
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Um welches Datum es sich beim Michaelistag handelt, kann man nicht genau sagen: Der gregorianische Kalender, nach dem sich weite Teile der Welt heute richten, wurde erst 1582 eingeführt – viele der Bauernregeln sind aber älter. Deswegen kann es sein, dass sich die Michaelistag-Regel gar nicht auf den 29. September bezieht.
