Maßnahmen zum Vorbeugen
Diese Risikogruppen sind oft von Homeoffice-Burnout betroffen
Aktualisiert am 02.07.2026 – 18:17 UhrLesedauer: 3 Min.
Im Homeoffice stoßen manche an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Um Burnout vorzubeugen, sind auch Führungskräfte gefragt. Kann künftig auch schlaue Technik dabei unterstützen?
Der Wechsel ins Homeoffice zu Beginn der Corona-Pandemie hatte für viele Beschäftigte positive Seiten, andere haben sich inzwischen zumindest an die neuen Arbeitsbedingungen gewöhnt. Es gibt aber auch Beschäftigte, die unter psychischen Folgen der Arbeit zu Hause leiden.
Das sind die Risikogruppen
Manch einem droht sogar ein Burnout. Frauen trifft es öfter als Männer. „Studien zeigen, dass häufig sie es sind, die sich neben ihrem Job um die Kinder kümmern, wenn Kitas und Schulen geschlossen sind“, sagt Franziska Stiegler, Leiterin des Projekts Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) und heute Referentin für Gesundheitliche Auswirkungen des Wandels der Arbeit.
Auch Singles gehören zur Risikogruppe für Burnout im Homeoffice. Sozialer Austausch sei eine wichtige Ressource für die psychische Balance, so Stiegler.
Beschäftigte erkennen keinen Sinn in Arbeit
Generell klagen viele, die im Homeoffice arbeiten, darüber, dass die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben verschwimmen. Es fällt schwer, Energie für den Alltag zu tanken. Betroffene fühlen sich innerlich ausgebrannt. „Sie sind chronisch erschöpft und haben Schwierigkeiten, einen Sinn in oder ein Interesse an ihrer Arbeit zu finden“, sagt Prof. Eric Quintane von der internationalen Wirtschaftsuniversität ESMT in Berlin.
Hinzu kommt laut Quintane, dass Betroffene oft an ihrer Fähigkeit zweifeln, ihre Arbeit gut zu machen. Nicht selten ist das Leistungsvermögen tatsächlich verringert.
Zeit für professionelle Hilfe
Wenn Betroffene immer öfter sagen oder denken „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr“, ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen. „Am besten ist es, so früh wie möglich gegenzusteuern“, sagt Stiegler. Krankenkassen bieten Präventionsmaßnahmen wie Online-Trainings an. „Auch eine Beratungsstelle zu kontaktieren und sich dort kostenlos beraten zu lassen, ist hilfreich. „Solche Angebote gibt es etwa bei Wohlfahrtsverbänden.
Quintane betont, dass Personen, die an einem Burnout leiden, nicht stigmatisiert werden sollten. „Burnout ist kein Zeichen dafür, dass Mitarbeiter schwächer, weniger belastbar oder leistungsschwächer sind als andere.“
Bevor es zum Burnout kommt, können sich Beschäftigte immer wieder Tipps zum gesunden Arbeiten im Homeoffice ins Gedächtnis rufen. Etwa, dass es wichtig ist, für die richtige technische und ergonomische Ausstattung zu sorgen. Oder sich selbst klare Routinen zu schaffen, also etwa regelmäßige Pausen einzulegen, pünktlich Feierabend zu machen und für ausreichend Bewegung zu sorgen.

Regelmäßiger Austausch mit der Führungskraft
Daneben gilt es, sich regelmäßig digital auszutauschen, sowohl mit dem Team als auch mit der jeweiligen Führungskraft. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst sollten mögliche Probleme offen ansprechen. „Idealerweise kontaktiert jeder Vorgesetzte mindestens einmal die Woche Mitarbeiter, fragt, wo im Homeoffice gegebenenfalls der Schuh drückt und bespricht mögliche Lösungen“, so Stiegler.











