Wie Schaffner um Maskenpflicht-Einhaltung kämpfen

Als vor zwei Jahren Corona-Leugner und Konsorten im Begriff waren, den Reichstag zu stürmen, bildeten ein paar Polizisten die letzte Abwehrlinie – sie hielt gerade so stand. Heute sind die letzten Männer und Frauen im Abwehrkampf andere: Schaffner und Zugchefs. Während die Maskenpflicht für nahezu alles aufgehoben wurde, egal, ob es sich um Massenveranstaltungen wie Konzerte oder um Restaurants oder Schulen handelt, gelten die Regeln in den Zügen fort – und müssen vom Zugpersonal, das nur die Waffe Wort zur Verteidigung hat, durchgesetzt werden. Was die Sache nicht einfacher macht: Die Gegnerschaft ist größer und vielfältiger geworden. Nicht mehr nur Querdenker lassen den Lappen hängen, sondern der Querschnitt der Bevölkerung.

Auf Twitter hat nun ein Zugchef seinem Frust darüber Luft gemacht und, im Schutz der Anonymität, seinen Arbeitsalltag beschrieben. Immer wieder treffe er im Zug auf Menschen ohne Maske. Diese würden dann immer freundlich darauf hingewiesen, eine anzuziehen, „denn ich habe es ja angesagt“. Die meisten machten es dann auch – und sobald er weitergehe, nähmen sie die Maske wieder ab. Andere wollten mit ihm über die Maskenpflicht debattieren, wieder andere erwiderten seine Aufforderung zum Tragen der Maske mit dem hämischen Hinweis auf eine Packung Nüsse vor ihnen – man sei gerade am Essen. Wenn er dann auf dem Bahnsteig kurz seine eigene Maske abnehme, um zu pfeifen, werde er schon mal von Reisenden angepöbelt, dass er gefälligst seine Maske zu tragen habe.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.