Huppert begann ihre Karriere Anfang der Siebzigerjahre. Bereits in ihren ersten Rollen zeichnete sie sich durch diese sehr persönliche Mischung aus Unverfrorenheit und Distanz, aus Wagnis und Unschuld, aus Kälte und Sinnlichkeit aus. So spielte sie in „Monsieur Dupont“ eine junge Camperin, die vergewaltigt und ermordet wird, in „Aloïse“ eine geisteskranke Frau, die in der Psychiatrie beginnt, zu schreiben und zu malen.
Ihre erste große Rolle bot ihr 1977 Claude Goretta in „Die Spitzenklöpplerin“ an, eine Geschichte über eine junge Friseurin, die interniert wird. International bekannt machte sie Claude Chabrol mit „Violette Nozière“. Der Film über eine Jugendliche, die sich prostituiert, brachte ihr 1978 in Cannes den Darstellerpreis ein. Da war sie gerade mal 25 Jahre alt.
Ihr 2010 verstorbener Landsmann Chabrol hat ihr weitere bedeutende Filmrollen geboten. Mal verschlagen, mal hochmütig, doch immer brillant, gleich ob als eine Frau, die Abtreibungen durchführt, in „Eine Frauensache“, als „Madame Bovary“ oder als kriminelle Postbeamtin in „Biester“. Gelegentlich drehte sie auch Komödien, darunter „8 Frauen“, „Zwei ungleiche Schwestern“ und „Copacabana“.
Von Tavernier bis Chabrol, von Godard bis Ozon und Chéreau, von Marco Ferreri bis Andrzej Wajda und Michael Haneke, von David O’Russell und Wes Anderson bis Paul Verhoeven: Huppert hat mit den größten Regisseuren gedreht. Auf der Theaterbühne arbeitete sie unter anderen mit Peter Zadek, Bob Wilson oder Yasmina Reza.
Mit Preisen als beste Darstellerin wurde sie überhäuft: Zweimal erhielt sie den französischen César („Biester“, „Elle“), außerdem den Silbernen Bären der Berlinale („8 Frauen“), in Cannes wurde sie für „Violette Nozière“ und „Die Klavierspielerin“ ausgezeichnet, den Golden Globe und eine Oscarnominierung erhielt sie jeweils für „Elle“.
1994 bekam sie noch einen weiteren Titel verliehen. Vor 32 Jahren wurde Isabelle Huppert vom amerikanischen Onlineportal „TC Candler“ zum „schönsten Gesicht der Welt“ gekürt. Damals war die Schauspielerin Anfang 40 und gerade im Film „Amateur“ an der Seite von Martin Donovan zu sehen.











